Zu Story gebe ich nicht viel weiteres dazu, das haben andere getan.
Insgesamt gesehen ist der Film aber sehenswert.
Authentisch, das ewig nasse, verregnete Flandern mit seinen Schlammfeldern,
vollgelaufenen Schützengräben und Granattrichtern, so wie es von Soldaten
beschrieben wird.
Der Anfang wird von 5min Ortskampf, ala J.Ryan bestimmt(was nebenbei bemerkt,
so eher nicht vorkam damals)...das wars dann auch erstmal.
Dann lernt man die Protagonisten kennen und deren Intentionen und Problem, was
ca. 1h des Werkes in Anspruch nimmt.
Was mich erstaunte, war die Offenheit, mit der gezeigt wird, wie die
vornehmlich britisch geprägte Gräuel-Propaganda sogar in Kanada wirkte...
Soweit, dass man "THE HUNS" sogar in der nächsten Nachbarschaft "bekämpfte"
und es zu Denunziationen und unschönen Szenen gegen deutschstämmige
Kanadier kam. Auch die ewigen Legenden von kreuzigenden und kinderfressenden
Krauts werden sehr eindeutig ins Reich der Märchen gestellt...
Der Hauptdarsteller tritt auch stellvertretend für die seelischen Probleme damaliger
Frontsoldaten auf. Taten, die man begang ohne zu wissen warum man dazu fähig war. So nach der
Tötung eines jungen Deutschen nach den 5min Ortskampf, was nicht nötig gewesen
wäre und ihn offensichtlich noch lange zu verfolgen scheint.
Die letzte Stunde zeigt die Darsteller dann in Flandern bei Passchendaele in
typischen Szenerien wie bei "Der Schützengraben" oder anderen neueren Filmen über
den 1.WK (Lost Batallion etc.)....Uniformen usw sind O.K.! Die Deutschen etwas
gesichtslos in der Regel, fallen schneller und laufen blind ins Feuer,
das ist soweit auch noch verkraftbar. Kanadier fallen auch, aber es wird nicht so gezeigt.
Nur wenn es wichtig für den weiteren Verlauf der Story ist...
In Nahkampfszenen kriegt meist der Deutsche eine verpasst, oder der gefallene Kanadier wird
sofort gerächt. Aber so sieht man es ja auch bei anderen Filmen, wenn auch älteren, umgekehrt...
Am Ende zeigen die Deutschen sogar Kameradschaft, wie sie aus dem ersten Weltkrieg oft
beschrieben wurde.
Keine dummen "Deutsch-Klischee-Szenen" auf jeden Fall. Alles erfreulich erträglich.
Dramatisch auch die Sinnlosigkeit dieser Schlacht und des Ausgangs ein Jahr später, wie es am
Ende dann beschrieben wird. Somit reiht sich der Film als Ergänzung zu anderen
Themenkomplexen des ersten Weltkriegs ein. Beleuchtet mal die Kanadier zur Ab-
wechslung und erinnert an eine weitere Schlacht dieser Zeit. Ein guter Auftakt
sich dann fundierter damit zu beschäftigen.
Ein normaler moderner Kriegsstreifen ala Pearl Harbor und Roter Baron mit
ähnlichem Aufbau und konstruierter Story, aber nicht langweilig.
Nichts Außergewöhnliches, aber durchaus sehenswert und keine "Dicke-Max" Show,
wie sonst oft bei den Filmen aus Übersee. Andere Schreiber haben hier also Recht,
ein Metzel-Streifen ala Ryan, ist das hier nicht. Aber das ist kein Makel.