Warum Felco:
In Baumärkten finden sich immer wieder Produkte, die den Felco Produkten täuschend ähnlich sehen. Ich habe so eine und eine "echte" Felco und der wesentliche Unterschied liegt in der Klinge. Das Metall ist einfach besser und nach einigen Stunden Schnitt macht sich das bereits bemerkbar. Die Klinge der Billigprodukte wird stumpf. Vermutlich abhängig vom Fabrikat sind die Stifte, die die Klinge halten, zwar möglicherweise an der gleichen Stelle, in meinem Fall aber unterschiedlich im Durchmesser, so dass das, was naheliegt, meist nicht geht: Und zwar eine Felco Klinge auf ein Imitat zu montieren. Die Klinge ist also der wesentliche Qualitätsunterschied bei dieser Art der Schere. (Bei anderen Scheren, die aus Aluminium sind, ist es möglich, dass die Schere an der dünnsten Stelle durchbricht, wie ich aus eigener Erfahrung berichten kann).
Speziell zur Felco 2 Schere:
Wenn man sich die Anwendungsbereiche der Felco 2 auf der deutschsprachigen Felco Internetseite ansieht, dann ist die Empfehlung für Gärten, nicht für Obst- und Gartenbau. Die internationale Felco-Seite widerspricht dem und spricht Felco die gleiche Einsatzgebiete und Qualität zu wie der Felco 8 Schere zu, der Unterschied sei in der Ergonomie, was Geschmackssache wäre.
Warum nur vier Sterne: Handhaltung
Im Gegensatz zu anderen Felco-Modellen haben die Basismodelle eine relativ breite Verlängerung des Griffs, an dem die Gegenklinge montiert ist. Beim Schneiden mit anderen Scheren mit dünner Gegenklinge ist es möglich die Schere einmal links und einmal rechts zu drehen, je nachdem, wie man besser zu der Schnittstelle kommt. Bei der Felco 2 muss bei einem waagrechten Schnitt die Klinge immer so angesetzt sein, dass der Handrücken nach unten zeigt, da sonst die Gefahr besteht, dass die breite Gegenklinge den Ast verletzt. Damit zwingt die Schere zu einem ordentlichen Schnitt mit Klinge zur verbleibenden Pflanze. Jemand, der wie ich, aber dazu neigt, die Schere auch einmal zu drehen, um besser zu einer Stelle zu kommen, kann das nerven. Andere Scheren, wie beispielsweise die Felco 8 haben eine dünnere Gegenklinge, was eine (sichtbare) Beschädigung unwahrscheinlich macht. In jedem Fall wird aber bei so einem Schnitt mit der Gegenklinge zur verbleibenden Pflanze der Ast gequetscht, sichtbar oder nicht. Die gleiche Situation gibt es bei Ästen, die nach rechts stehen und entfernt werden sollen. Für die muss man um den Busch/Baum herumgehen oder die Hand um 180° drehen oder man kann ihn nicht so knapp am Stamm schneiden. Ist ja eigentlich richtig so, wenn man einen wirklich sauberen Schnitt möchte, kann aber mühsam sein.