Nach dem wundervollen ersten Teil war es sehr schön, dass es einen weiteren Kinofilm von der kleinen Maus Feivel geben würde. Leider war Don Bluth nicht mehr mit am Werk, aber der Produzent Steven Spielberg und auch der Komponist James Horner, der zu der grandiosen Atmosphäre mit seiner Filmmusik mit beigetragen hatte, waren wieder mit im Boot. Regie führten Simon Wells und Phil Nibbelink. Wells war auch später für "4 Dinos in New York" verantwortlich, der aber nicht mehr ganz so brilliant war, wie Feivel 1 + 2...
Nachdem sich Feivel und seine Familie in Amerika eingelebt haben, werden sie nun auch dort von vielen Katzen gejagt. Der amerikanische Traum will nicht so richtig fruchten, also beschließt die Mäusegesellschaft wieder umzuziehen und zwar in den wilden Westen. Aber die Mäuse wissen nicht, dass dies Alles nur dem großen Plan von Cat R. Waul, dem Anführer der Katzenbande, dient. Er hat etwas Teuflisches mit den kleinen Mäusen vor und das erkennt nur der kleine Feivel, der auf der Reise aber wieder verloren geht und sich in der trostlosen Wüste wiederfindet. Aber er ist nicht allein, sein guter Freund Tiger ist wieder mit von der Partie...
Was auffällt ist, dass der zweite Teil deutlich witziger, actionreicher und verspielter ist, als der doch recht ernste Vorgänger. "Feivel im Wilden Westen" ist definitiv ein Kinderfilm, bietet aber trotzdem jede Menge wunderschöne und faszinierende Momente.
Was sich geändert hat, ist nicht nur der ernste Hintergrund, sondern auch die Optik. Besonders Feivels Schwester Tanja sieht ganz anders aus, als im ersten Teil, aber das stört nicht sonderlich. Auch die (deutschen) Stimmen sind etwas anders, aber da merkt man auch wenige Unterschiede.
An witzigen und kreativen Ideen fehlt es der Fortsetzung in keinster Weise! Die Erbauung der Mäusestadt im Wilden Westen ist sehr schön gemacht, dazu die zum Brüllen komischen Einlagen von Tiger, der durch den ganzen Film von Hunden gejagt wird und am Ende selbst einer werden muss, toll! Generell haben die Charaktere wieder viel Charme und man kann, besonders als Kind, sehr schön die Geschichte miterleben.
Feivel ist immer noch ein kleines und neugieriges Kind, Tiger der gutmütige und trottelige Kater und die böse Katzenbande besteht aus wirklich tollen Figuren. Der schleimige Cat R. Waul oder auch die verrückte Spinne T. R. Tchula sind gute Beispiele für die vielen Facetten, die der Film immer noch bietet. Ein weiteres Highlight ist der alte Wylie Burp, Feivels Held, der sich aufraufen muss, um die Katzen aufzuhalten.
Die Geschichte ist absolut aufregend und unterhaltsam für Kinder, nicht zuletzt wegen den tollen Songs, die genau wie der grandiose Score wieder aus der Feder von James Horner stammen, der sich hier sogar noch übertrifft, im Gegensatz zu Teil 1. Wer also schon etwas zu alt für Feivel ist, kann sich trotzdem an der wundervollen Filmmusik erfreuen (Absolute Empfehulng für den Soundtrack!).
Aber auch diejenigen, die ihre eigene Kindheit wieder aufleben lassen wollen, den empfehle ich sich auch den zweiten Teil von dem kleinen Feivel Mousekewitz zu besorgen. Ein großer, beeindruckender, nicht zu langer und wunderschöner Zeichentrickfilm. Tja, nicht nur Disney kann schöne Kinderfilme produzieren...
Eine Kaufempfehlung für alle, die schon den ersten Teil mochten. Aber Finger weg von den billigen Fortsetzungen (Teil 3 und 4), zwischen denen und den ersten beiden Filmen liegen Welten!