Biotechnologie, Aktien und feindliche Übernahme, Schlag- und Stichworte bekannt aus der aktuellen Nachrichtenlage, verwoben mit einer Handlung, die noch weitaus spannender ist, als es die Realität je sein könnte- wobei die ja oft schon spannend genug ist. Augen und Hände kleben förmlich an diesem Buch, das man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legt. Zu mitreißend, auch für Laien dieser schwierigen Wirtschaftsbranche nachvollziehbar ist der Roman, zu sympathisch die Hauptfigur, die einen bis zum Schluss gefangen nimmt mir ihrem Schicksal: Simon Ayot, 29 Jahre, im Begriff, die Karriereleiter im Blitztempo zu erklimmen. Verheiratet mit der Tochter seines Chefs geht's ihm gut, er lebt glücklich als Investmentberater einer Bostoner Firma bis, ja bis sein Schwiegervater ermordet wird und er als Hauptverdächtiger gilt. Lisa, Simons Frau und Tochter des Opfers, ist zerrissen, verlässt ihren Mann. Sie arbeit in einem biotechnischen Entwicklungslabor, das von einem Branchenkonkurrenten geschluckt wird. Fataler Umstand: In eben dieses Unternehmen investiert Simons Firma. Für die Polizei ist Simon der Hauptverdächtige, und im Laufe der Handlung hat es etwas von ‚Richard Kimble' auf der Flucht: Simon ermittelt selbst, deckt auf, gerät in Gefahr, aber: Ende gut, alles gut. Autor Michael Ridpath ist vorbelastet: schließlich war er jahrelang erfolgreicher Trader einer internationalen Großbank in London und arbeitet immer noch für ein Investmentunternehmen. So ist er dem Thema verhaftet, wie auch schon seine früheren Romane „Der Marktmacher" oder „Tödliche Aktien" belegen. Flott geschrieben, bei aller Vielschichtigkeit die Übersicht behaltend, Spannung wie Gift einsetzend: auch schon kleine Dosen verfehlen ihre Wirkung nicht. Für die, die auf einen wirklich guten Wirtschaftskrimi gewartet haben absolut empfehlenswert!