Ich kann mich nur dem Zitat von Bela B. Felsenheimer anschließen, welches auf der Rückseite des Buches abgedruckt ist: 'Schlimm wie wahr dieses Buch ist. Schön wie zuversichtlich mich die Tatsache macht, dass es geschrieben wurde.'
Das fünfte und neueste Werk von Oliver Uschmann reiht sich nahtlos in die Reihe der bisher erschienen HuI Bücher ein, Uschmann bleibt seinem Stil in weiten Teilen treu.
Bisher haben alle Bücher von Uschmann die verrückte Welt in der wir leben auf eine humorvolle, teils auch sehr überspitzte, aber durchaus subtile Art beschrieben (Das 3. Buch Wandelgermanen fällt da vielleicht etwas raus). In 'Feindesland' werden die beiden Protagonisten Hartmut und Ich, sowie ihre beiden Freundinnen Susanne und Caterina mit dem Moloch Berlin konfrontiert. Nach der Bochumer WG, dem Landleben und der Roadstory dient diesmal die deutsche Hauptstadt Oliver Uschmann als Inspiration. Hier werden die Charaktere mit Schutzgeldern, 'moderner Gesetzgebung', einer neuen Geschäftsidee und verschiedenen anderen Problemen konfrontiert. Dies alles beschreibt Uschmann in seinem typischen, leicht philosophischen Stil. Man bekommt beim Lesen immer wieder den Gedanken 'ja so könnte es wirklich sein', auch wenn vieles überspitzt geschrieben wird. Vor allem die 'neue Gesetzgebung', die in diesem Buch beschrieben wird, ist in meinen Augen zu unglaublich, auch wenn es schon zum derzeitigen Zeitgeist passt.
Dies ist eine besondere Stärke von Oliver Uschmann: Ihm gelingt es wie keinem anderen, die Trends unserer Zeit in einer humorvollen, aber erschreckend vertrauten Art in seinen Büchern zu verarbeiten. Besonders in diesen Teilen, zeigt sich das Talent von Oliver Uschmann und lässt ihn auch zwischen den Autoren anderer Bücher dieser Art (wie Tommy Jaud etc.) herausragen. Auch merkt man bei Uschmann, dass er studierter Germanist ist. Sein Stil ist einwandfrei, nicht zu einfach, aber einfach genug um das Buch flüssig zu lesen. Auch dieses Qualitätsmerkmal lässt Uschmann in einer hohen Liga spielen! Der Spannungsbogen ist vom Anfang bis zum Ende oben, man will das Buch nicht aus den Händen legen.
An einigen Stellen ist das Buch 'Feindesland' jedoch etwas ernster gehalten, als die anderen Bücher, was die Qualität jedoch nicht im geringsten mindert. Am Ende des Buches könnten sich viele Leser stoßen, ich will hier aber nichts verraten. Über das Ende wird an dieser Stelle nichts gesagt, da muss sich schon jeder sein eigenes Bild machen...
Fazit: Das Buch 'Feindesland' wird alle Fans von Hartmut und ich begeistern, so war es auf jeden Fall bei mir. Für Leser, die noch gar kein Buch aus der Reihe gelesen haben, eignet es sich wohl eher nicht, man muss die Bücher schon chronologisch gelesen haben, nicht um alles zu verstehen, aber es gibt viele Anspielungen auf frühere Geschehnisse, welche sonst nicht wirken würden.
Ich fand das Buch durchweg 'sehr gut', Uschmann bleibt seiner Linie treu, es erreicht zwar nicht die Klasse des ersten Buches (für mich mit Abstand das Beste), aber es ist kein Buch, was man am Ende weglegt und vergisst und das macht es zu einem sehr guten Buch. Ich kann mich bei Olive Uschmann nur bedanken ' schön das es geschrieben wurde!