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Während das "Feindbild Islam" zu einem stehenden Begriff im christlich-islamischen Dialog geworden ist - und nicht selten zu einer Keule, die allzu leichtfertig geschwungen wird -, während es, wie die Herausgeberin schreibt, "ohnehin überstrapaziert" und ein "vielfach instrumentalisiertes Klischee" darstellt, fehlte das Gegengewicht: Wie sieht der Islam in Geschichte und Gegenwart das Christentum? Mit diesem Buch wird das Verhältnis von Christen und Muslimen "in ein realistisches Licht" gerückt.
Neben der Herausgeberin selbst waren elf weitere Autoren - unter ihnen ein Muslim und ein Konvertit - an diesem Werk beteiligt. Es sind dies unter anderem Islamwissenschaftler, Theologen, Journalisten, Orientalisten. Bekannte Namen sind Dr. Christine Schirrmacher, Prof. Dr. Bassam Tibi, Dr. Rita Breuer, Dr. Herbert L. Müller und Dr. George Tamer.
Sie behandeln kritische Positionen zum Christentum aus der Frühzeit des Islam und heutiger Theologen sowie des internationalen Islamismus, die Freiheit des Glaubens, Täuschungen und Wunschdenken im Dialog, dessen Notwendigkeit, Erfahrungen aus der Türkei und eines Konvertiten, die Christenverfolgung und schließlich das Verhältnis der Muslime in Deutschland zu den christlichen Kirchen.
Für den christlich-islamischen Dialog ist dieses sachliche, stets Fairneß bietende Buch unverzichtbar. Es antwortet auf den Vorwurf "Feindbild Islam im Christentum!" nicht einfach mit einem "aber bei euch gibt es das doch auch...", sondern mit differenzierten Betrachtungen ohne Vorurteile und Pauschalisierungen. Dabei sind die Darstellungen vielfältig, und manche Standpunkte befinden sich durchaus im Widerstreit.
Manches stimmt optimistisch, so Dr. Tamers Beitrag zur Notwendigkeit des Dialogs und seines Friedenspotentials, manches macht aber auch betroffen, so die Berichte aus der Türkei und vom Schicksal eines arabischen Christen.
Dieses Buch bejaht den christlich-islamischen Dialog, warnt aber zugleich vor Blauäugigkeit, Blindheit und dem "Herunterspielen des Umgangs mit den Hardlinern unter den Islamisten", vor einem Dialog als Selbstläufer, politischem Mißbrauch des Dialogs und Segregation.
Es gehört unbedingt in die Bibliothek von Kirchengemeinden, Dialogveranstaltern und Interessierten, und es will gelesen und diskutiert werden. Kein Leser wird ausnahmslos allen Standpunkten der Autoren zustimmen, aber jeder Leser wird von der Vielfalt der Darstellungen profitieren.
Frau Professor Spuler-Stegemann hat bei der Erstellung dieser Bestandaufnahme auf die Mitarbeit verschiedener Autoren zurückgegriffen. Unter ihnen findet man neben weiteren Islamwissenschaftlern auch christliche Theologen, Journalisten, ein Muslim und einen Konvertiten.
Das Buch beginnt mit einer Bestandaufnahme wie der Islam das Christentum sieht. Hierbei behandelt die Autorin, in diesem Falle Dr. Christine Schirrmacher, recht umfangreich besonders die theologischen Unterschiede und Streitpunkte zwischen Islam und Christentum, wobei sie häufig auf Zitate aus dem Koran zurückgreift. Im weiteren Verlauf des Buches erfährt man von den verschiedenen Autoren was Begriffe wie Missionierung, Toleranz, Religionsfreiheit und Friede aus islamischer Sicht bedeuten und was gläubige Muslime darunter verstehen.
Außerdem erfährt man aus verschiedenen Berichten wie die Situation der Christen in einigen muslimischen Ländern ist, wie muslimsche Organisationen hier in Europa auftreten und es berichtet auch über das Schicksal von Kovertiten.
Diese Bestandsaufnahme sollte auf keinen Fall als islamfeindlich verstanden werden. Man sollte auch die ein oder andere vorgefertigte Meinung die man zu diesem Thema möglicherweise hat, schnell über Bord werfen. Die Herausgeberin möchte einen realischtischen Umgang mit dem Islam fördern, und nach meiner Meinung gelingt ihr das auch sehr gut. Natürlich wird in dem Buch offen Kritik an islamischen Staaten bei ihrem Umgang mit dem Christentum und an europäischen Politikern bei ihrem Umgang mit dem Islam geäußert. Aber es darf auch nicht jede Kritik gleich mit dem Wort "islamfeindlich" gegeißelt werden.
Allen Lesern die sich in dieser Materie noch nicht so gut auskennen möchte ich abschließend noch raten, dieses Buch wurde zum Teil von Wissenschaftlern geschrieben und die neigen dazu das ein oder andere Fremdwort zu benutzen. Ein Fremdwörterlexikon danebenzulegen kann nicht schaden. Aber diese Tatsache macht das Buch auf keinen Fall schlechter.
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