Wieder einmal verbinden die Autoren ihr schriftstellerisches Können mit viel psychologischem Verständnis und Einfühlungsvermögen.
Im Mittelpunkt der Story steht hier Holly, von der sich bald herausstellt, dass sie an einer schweren psychischen Erkrankung leidet. Das Innenleben einer manisch-depressiven Kranken wird in der Ich-Form so tiefgehend bloßgelegt, dass man richtig hinein gezogen wird in ihre teilweise so schillernde, aber gleichzeitig auch furchtbare, zerstörerische Welt. Die selbst verursachten Probleme türmen sich schließlich so hoch um Holly auf, dass man sich als Leser mit ihr fürchtet und wie auch ihre Freundin Meg um sie bangt.
Bei allem Lob für diese wirklich gelungene Psycho-Studie der Krimi selbst gerät dabei denn doch ziemlich ins Hintertreffen. So intensiv die Darstellung von Holly ist, so seltsam blass und oberflächlich bleibt die Figur ihres Mannes, der doch schließlich auch eine tragende Rolle im Geschehen spielen soll. Da blieb für ihn anscheinend irgendwie nicht mehr so viel Energie der Autoren übrig. Dafür leider ein Stern Abzug.