... worum sollte es in diesem Film gehen? Einen Spielfilm im sinne von Techno "nachspielen"? Kann man nicht spielen, dem Film ist zu entnehmen welches Gefühl mit dem gesamten Ablauf des Wochenendes verbunden ist. Wenn die Menschen vor der Kamera wirr wirken, dann weil sie Schwierigkeiten mit dem in Worte fassen ihrer Gefühle haben - Elektronisch feiern gehen, heißt anders feiern gehen - auch wer nicht konsumiert, wird in eine mystische und anziehende Subkultur gezogen, wer morgens bis 12 Uhr bei wildfremden Leuten sitzt erkennt wie tiefgründig und anrührend diese zwischenmenschlichen Begegnungen sein können - und wie sie dann 2 Montage später doch so dünn waren, dass sie auf eine 12" Scheibe gepasst hätten. Wer sich gesundreden und Drogen verteufeln will, sollte den Film meiden - wer sich dafür interessiert, warum manche Menschen eine Party von Fr.² bis Sonntags³ feiern, warum der eine im Gespräch anfängt zu weinen - der andere zu knutschen, wie im Fluß von Musik und rausch der Drang zu permanenter Gesellschaft Menschen zu Energieklumpen zusammenfügt und die Angst vorm Alleinesein ein riesiges "Wir"-Gefühl mit Bassschwingungen erzeugt, der wird die steten Erzählungen über Drogen, Sex und den hohen Anteil Schwuler in der Szene akzeptieren, als was sie sind: Feste Bestandteile der Szene und dringend erwähnenswert bei der Erklärung des "Feelings".
Fazit: Der Film ist einfach gelungen und wird jeden, der sich angesprochen fühlt treffen - wo Human Traffic noch einen spassigen Einstieg mit Wiedererkennungswert findet, sucht dieser Film die Erklärung des Phänomens in Einzelgesprächen und versucht den Rausch zu "erklären". Nicht zu vergessen ist hier, dass hauptsächlich Leute ende 20 bis über 30 zu Wort kommen - Leute die die "wilden Zeiten" und Partys von Donnerstag bis Montag in den Pionierstädten wie z.B. Berlin und Frankfurt anfang der 90er - teilweise noch im Teenie-Einstiegsalter - miterlebt haben und auch ihre Erfahrungen und Berichte damit füllen. Dafür gibts von mir 5 Punkte!