Unsere Gemeinde singt schon mehrere Jahre aus diesem Buch, und ich finde es durchaus brauchbar. Ich kenne allerdings auch den "Vorgänger" mit dem Titel "Ich will dir danken", der mir sehr viel besser gefallen hat.
Gut ist der Grundsatz, alte Lieder und neue Lieder für die Gemeinde in einem Buch zu vereinen, was denke ich auch gelungen ist. Allerdings muss eine solche Liedauswahl sich immer beschränken, was zu Lasten altbekannter und beliebter Gemeindelieder geht. Aber nun gut: Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht. Mir persönlich sagt die Auswahl nicht so zu wie im Vorgänger, aber das ist Geschmackssache.
Nun zur Kritik:
1. Die "Chorsätze" sind oft keine, sondern sind eine reine Klavierbegleitung, was sie teilweise unsingbar macht. Diese hätte man aber auch schon mit den richtigen Akkordbezeichnungen. Da das Buch für den Gemeindegesang gedacht ist, ist ein Chorsatz wichtiger als ein Notensatz für Klavier.
2. Nicht alle Lieder enthalten Akkordbezeichnungen. Sicher ist es bei Chorälen oft nicht leicht, Akkorde zu finden, aber es ist möglich und oft sinnvoll, denn viele Choräle könnten auch mit Gitarre begleitet werden.
3. Die Texte sind teilweise erheblich verändert. Das ist meiner Meinung nach bei den meisten Lieder unnötig, da man so die ursprüngliche poetische Struktur des Textes zerstört und die Leute, die das Lied in der alten Version auswendig kannten, auf einmal einen anderen Text singen. Durch die Ersetzung von weniger gebräuchlichen Worten durch Umgangssprache wird auch ein Stück Kultur zerstört, was ich für den falschen Weg halte. Hier wird auch Menschen ein Stück geistliches Liedgut weggenommen, die mit den alten Texten persönliche Erfahrungen verbinden. Statt alte Lieder zu verschlimmbessern, sollte man lieber noch mehr neue Lieder aufnehmen. Die alten Lieder können dann ggf. aus alten Liederbüchern gesungen werden.
4. Einige Lieder haben fehlerhafte Akkordbezeichnungen (z.B. "Anker in der Zeit"). Das macht eine Begleitung für ungeübte Klavier- und Gitarrespieler schwer.