Viele der Fehlfunktionen, die Konrad Lischka aufdeckt, kennt jeder selbst aus seinem Alltag: Der Klassiker ist der Staubsauerbeutel (man weiß nie, welcher der richtige für das eigene Gerät ist), aber auch die automatische Jalousine, die unmotiviert rauf- und runterfährt, oder die spritzenden Milchtüten dürfte jeder schon mal erlebt haben. Aber der Autor hat noch haufenweise andere Produkte als Fehlkonstruktionen aufgedeckt, über die ich noch nie nachgedacht und stets als gegeben hingenommen haben. Zum Beispiel Fahrstühle, Lautsprecher in Bahnhöfen, Mehrfachsteckerleisten usw. Da merkt man erst mal, mit was für unpraktischen Kleinigkeiten man sich im Alltag immer herumschlagen muss. Toll! Außerdem erklärt Lischka auch, woher die Fehlkonstruktionen kommen, also warum die blöden Sachen genau so produziert werden, wie sie produziert werden. Dafür holt er Rat und Erklärungen von allerhand Fachleuten ein und ich war erstaunt, was für absurde Fachzeitschriften und Verbände es gibt (z.B. für Verpackungstechnik). Ich habe mit dem Buch eine Menge spaß gehabt und eine Menge gelernt, z.B. dass Rolltreppen in wirklichkeit Fahrtreppen heißen und es überhaupt nichts bringt, Münzen am Automaten zu reiben, damit sie nicht durchfallen.