Ach ja, es macht immer wieder Spaß, sich die Highlights der "Neuen Deutschen Welle" anzuhören. Von Peter Schilling hat man danach auch nichts Weltbewegendes mehr gehört, seine späteren Werke können sich nicht mit dem messen, was auf "Fehler im System" verewigt ist. Da wären etwa "Dann trügt der Schein" - unvergessen die Zeile von den weißen Zähnen, die jetzt kaputt sind und "Fast alles konstruiert" - Kultur- und Medienkritik in der Pä-Privatfernsehen-Zeit. "Stille Nacht, heilige Nacht", wo er irritierend-moralisierend seinen Sempf zur alljährlichen Weihnachtsheuchelei abgibt passt da gut dazu. Und "U.S.A." und "Die Wüste lebt" wirken heute wohl auch für im System angekommene Ex-Spontis, die inzwischen Krieg spielen und AKWs weiterlaufen lassen dürfen, herrlich überholt, eben der Zeitgeist der 80er. Krönung ist natürlich "Major Tom", Garant für volle Tanzflächen auch heute noch auf jeder Erstsemesterfete. Wer sich also ohne falsche Nostalgie etwas Gutes tun will, sollte mit Peter Schilling abheben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)