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Fehldiagnose Globalisierung: Die Neuverteilung des Wohlstands nach der dritten industriellen Revolution [Taschenbuch]

Daniel Cohen , Bodo Schulze
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.



Kurzbeschreibung

18. Februar 1998
Die Globalisierung der Märkte ist nicht die entscheidende Ursache für die soziale Krise des Westens. Sie ist bloß eine Begleiterscheinung. Mit ökonomischem Sachverstand und ohne die übliche Larmoyanz zeigt Daniel Cohen, daß die weltweiten Veränderungen im Kern das Resultat einer dritten industriellen Revolution sind, der Revolution des Computers und der Qualifikation.

Produktinformation

  • Taschenbuch: 206 Seiten
  • Verlag: Campus Verlag; Auflage: 1 (18. Februar 1998)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3593359820
  • ISBN-13: 978-3593359823
  • Größe und/oder Gewicht: 20,2 x 13,4 x 1,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (4 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 1.260.616 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

Pauschalschuld der Globalisierung?

Verschobene Akzente des Strukturwandels

Nur wenige Schlagwörter aus der wirtschaftlichen Gegenwart sind in ähnlich pauschaler Weise feindbildartig belastet wie dasjenige der Globalisierung. Es verbindet sich damit Argwohn gegen die sogenannt neoliberale Marktwirtschaft und ihre Verantwortung für Bösartigkeiten wie fusionsinduzierten Unternehmungsgigantismus, wachsende Klüfte zwischen Reich und Arm, Beschäftigungsnöte und die Bedrohung des Sozialstaates. Was davon zu halten ist, erörtert eine originelle Studie des Pariser Ökonomen und Dozenten Daniel Cohen. Sie hält sich frei von schematischen Wertungen und setzt neuartige Akzente zu dem tatsächlich vor sich gehenden Strukturwandel sowohl der Weltwirtschaft als auch der einzelnen Volkswirtschaften. Zu den auffallenden Befunden zählt die Aussage, in den traditionellen Industrieländern sei nicht die Globalisierung die Hauptursache von Arbeitslosigkeit, sondern die eigene Neigung zur Veränderung der Arbeitswelt schaffe der Globalisierung erst den nötigen Raum. Dass dabei die Beschäftigungs- und Einkommensdisparitäten zwischen qualifizierter und unqualifizierter Arbeit zunehmen, schreibt der Autor weit mehr der «Innovationsexplosion» als «Markenzeichen des derzeitigen Kapitalismus» als der Billiglohnkonkurrenz aus Schwellen- und Entwicklungsländern zu. Denn deren Welthandelsumsätze machten nur einen «äusserst geringen Anteil» des internationalen Güteraustausches aus.

Drastische Beispiele

Es fehlt in dem Band nicht an illustrativen Veranschaulichungen drastischer Art, die mit dem Stil der Arbeit zusammenhängen. Diese ist weit mehr ein Lesebuch als ein Lehrbuch. Dennoch werden aussagekräftige ökonomische Nachweise geführt und auch dogmenhistorisch untermauert. Auf diese Weise wird einsichtig, dass Globalisierung keineswegs eine grundlegend neuartige Erscheinung ist, sondern seit der frühindustriellen Zeit des 18. Jahrhunderts die Wirtschaftsgeschichte begleitet und in der Lehre ihren Niederschlag gefunden hat. Als ein Beispiel dafür gilt die klassische Freihandelstheorie. Im Anschluss daran nennt Cohen das «Leontieff-Paradoxon», wonach (im Gegensatz zu den herkömmlichen Vorstellungen) die nördliche Hemisphäre nicht einfach kapitalintensive Güter gegen arbeitsintensive Waren der Dritten Welt austauscht, sondern eher das Gegenteil zutrifft. Es ist jedenfalls unter dem Modell der komparativen Kosten «der Anteil der qualifizierten Arbeit an der Gesamtbeschäftigung, der die Scheidelinie zwischen Nord und Süd bildet». Was im übrigen den Aufschwung der Tigerstaaten betrifft, so verdanken sie ihre Erfolge laut Cohen zuvorderst der Privatwirtschaft, den Vorzügen der Kapitalakkumulation, der Berufsbildung und der aussenwirtschaftlichen Offenheit. Dadurch nähern sie sich im Wettbewerb den alten Industrieländern, und sie belegen, dass Protektionismus eine durchaus verfehlte Rezeptur wäre.

Arbeitsplatzschaffende Mobilität

Fortgesetzt wiederholt sich die These vom Strukturwandel in der Arbeitswelt, den vor allem in Europa interventionistische Instrumente sinnwidrig hemmen, darunter gesetzliche Mindestlöhne, staatlich geschützte Gesamtarbeitsverträge und überdimensionierte Arbeitslosenversicherungen. Im Gegenzug wird die in Nordamerika vorherrschende, arbeitsplatzschaffende Mobilität hervorgehoben. «Aus diesem Blickwinkel wird», so liest man, «sichtbar, wie wenig die Angst, der Welthandel zerstöre Arbeitsplätze, das eigentliche Problem trifft.» Schon gar nicht lässt sich diese Folgerung auf die Krise des Sozialversicherungswesens übertragen, das gleichsam eigenständig auf dem Weg über wachsende öffentliche Defizite zu bedrohlichen gesamtwirtschaftlichen Störungen führen kann. Die Argumentation mündet dann in die Propagierung des Mittels der negativen Einkommenssteuer; in dieser sieht Cohen ein Element des gebotenen Umbaus des Wohlfahrtsstaates, der unabhängig von Globalisierungsvorgängen als entschieden überholungsbedürftig erscheint.

Willy Zeller -- Neue Zürcher Zeitung

Über den Autor

Daniel Cohen unterrichtet an der Ecole Normale Superieure und an der Universität Paris. Er ist Mitglied des französischen Wirtschaftsrates und Berater des französischen Premierministers Lionel Jospin. 1997 erhielt er den Titel "Wirtschaftswissenschaftler des Jahres".

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine einleuchtende Theorie der Hintergründe 12. Oktober 2002
Voran ein Apell an Amazon dieses Buch wieder anzubieten - sofern möglich.
Viele Menschen haben Angst um ihren Arbeitsplatz weil sie fürchten, in "Billiglohnländern" könnte günstiger produziert werden und plädieren daher für wirtschaftliche Abschottung der Nationalstaaten oder rufen ganz allgemnein nach "der Politik".
Daniel Cohen vertritt in diesem Buch die These, dass nicht die "Globalisierung", sondern ganz andere Faktoren solche Ängste und die TATSACHE neuer Einkommenunterschiede und wachsender Arbeitslosigkeit hervorrufen und arbeitet verständlich die Zusammenhänge heraus.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Verständlich, kein Fachchinesisch, klärt auf 17. November 1999
Von Ein Kunde
Das Buch von Cohen ist aus dem Französischem übersetzt und hat daher den Nachteil, dass sich die Beispiele nahezu ausschliesslich auf die Frz. Wirtschaft beziehen. Jedoch führt Cohen klar auf, dass das Schreckgespenst keines ist; vielmehr ist die unbewegliche Politik der Demokratie nicht in der Lage, mit den raschen wirtsch. Änderungen im Zeitalter des Cyberspace und Internet, E-Mail und Videoconferencing Schritt zu halten. Wer dieses Buch gelesen hat, weiss , was den Neoricardianern von dem Keynesianern unterscheidet. Auch die Entwicklung vom Merkantilismus über Liberalismus hin zum Keneyanismus wird teils ernsthaft, teilweise ironisch-dramaturgisch dargelegt - mit einer Vielzahl von Gegenbeweisen für lang Jahre gültige Gesetzmässigkeiten. Eine Pflichtlektüre für jeden Anwalt, Grundschullehrer und Arbeitminister... Alles in allem ein schönes Buch, um sich mit der Geschichte, dem jetzt und der Zukunft des Wirtschaftsstandortes Erde zu befassen.

Mark Kleinschmidt

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5.0 von 5 Sternen Eine gute Diagnose diese Fehldiagnose 19. November 2011
Von Ramo
Sehr gutes, informatives, wissenschaftlich nachvollziehbares Stück, welches die globalen Zusammenhänge nicht verleugnet, aber die Probleme des Westens präzise analysiert und festellt, dass diese ganz andere Gründe haben als durch die Globalisierung verursacht zu sein.
Ich rate jedem dieses Buch zu lesen, vor allem den Volkswirten oder Soziologen.
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