Der New Yorker Investmentbanker Sherman McCoy holt seine heimliche Geliebte, Maria Ruskin, am Flughafen ab und verpaßt auf der Fahrt nach Manhattan die Ausfahrt. Er landet in der berüchtigten Bronx, muß auf der Suche nach dem richtigen Weg aus dem Wagen aussteigen, um ein Hindernis zu entfernen und fühlt sich von zwei näher kommenden Schwarzen bedroht. Voller Panik vor einem Überfall wirft er dem einen Schwarzen den weggeräumten Gegenstand, einen Reifen, entgegen und versucht zu fliehen. Währenddessen setzt sich Maria ans Steuer und rammt bei der Flucht den anderen Schwarzen.
Froh, dieser unangenehmen Situation entronnen zu sein, versuchen beide diesen Vorfall zu vergessen. Nach und nach wird dieser Unfall, bei dem der Schwarze Henry Lamb so schwer verletzt wurde, daß er ins Koma fällt, hoch gespült. Vor allem der schwarze Reverend Bacon, der scharf auf den Bürgermeisterstuhl ist, forciert die negative Stimmungsmache und bald regt sich der schwarze Mob in der Bronx.
Unterstützt wird dieser Vorgang durch den Reporter Peter Fallow mit seinen einseitigen und sensationslüsternen Reportagen.
Und der Oberstaatsanwalt, Abe Weiss, der sich Sorgen um seine Wiederwahl macht, sieht sich dermaßen unter Druck gesetzt, daß er eine ungeheure Kampagne gegen McCoy startet, als dessen Beteiligung an dem Unfall bekannt wird. Geleitet werden die Ermittlungen von dem Unterstaatsanwalt Larry Kramer, der seine persönliche Chance sieht, ins Rampenlicht zu treten und Karriere zu machen.
Das nur ganz grob zu der sehr komplexen und wohl durchdachten Story.
Ich habe selten ein Buch gelesen, bei dem der Titel (obwohl nicht original) so gut gepaßt hat wie bei "Fegefeuer der Eitelkeiten", denn Eitelkeit und Egoismus sind die Hauptcharakterzüge der Hauptpersonen in diesem Roman. Jeder ist auf seinen Vorteil bedacht, was in der heutigen Gesellschaft (und auch in der Historie) ja nichts Neues ist. Da dieses Buch aber in der New Yorker Upperclass spielt, treten die genannten Wesenszüge beim Kampf um Macht und Geld noch deutlicher hervor.
Tom Wolfe schafft es mit einem gehörigen Maß an Zynismus, das Verhalten der hohen Gesellschaft New Yorks und derer, die ihr gerne angehören würde, zu skizzieren. Da seien ihm einige langatmige und auch nervige Passagen (bei 870 Seiten keine Wunder) verziehen. Seinen (Anti-)Helden McCoy fand ich nicht immer ausgereift. Einerseits der toughe Banker, andererseits ein nervöses Weichei. Das paßte nicht so ganz.
Ansonsten dieses Buch unbedingt empfehlenswert!