Six Feet Under (SFU) ist die einzige Serie (und wird es sehr lange bleiben), die das Sterben und den Tod zum Thema macht. Allein für die Thematisierung dieses Teils unseres Lebens gebührt ihr schon ein Stern.
Den zweiten und dritten bekommt sie von mir für Ehrlichkeit und Offenheit, mit der sie dieses Thema umsetzt. Es gibt so viele Tode wie Menschen, manche sind banal, manche tragisch, einige natürlich, andere grotesk, ein paar schlüssig, vereinzelte selbstgewählt usw. usf. Viele werden in SFU gezeigt: mit Respekt, ohne Effekthascherei, aber auch ohne Tabus. Der Zuschauer muss damit rechnen, dass mindestens eine dabei ist, die er aus dem eigenen Umfeld kennt.
Den vierten Stern bekommt die Serie von mir, weil sie den Zuschauer ans Denken und Fühlen bringt unter Auslassung der sonst in amerikanischen Serien so übermächtigen Besserwisser- und Gutmenschen-Attitüde. Die Menschen, die in jeder einzelnen Folge mit dem Tod eines Angehörigen umgehen müssen sowie die Mitglieder der Bestatterfamilie Fisher, sind nicht besser, klüger, tapferer oder schwächer als der Zuschauer. SFU ist keine Serie, die Lösungsmöglichkeiten am Ende jeder Folge mitliefert. Vieles von dem, was gezeigt wird, wirkt in einem nach.
Den fünften Stern bekommen die Schauspieler, die durch die Bank großartig sind, die Schreiber und Macher der Serie, die es geschafft haben, 5 Staffeln zu produzieren, die ein gleichbleibend hohes Niveau bis zum Ende halten, ohne auch nur im Geringsten abzuflachen oder zu schwächeln oder den Zuschauer von der Hand zu lassen.
Von Six Feet Under kann man zu Recht sagen: sehr empfehlenswert!