Aus der Amazon.de-Redaktion
Das London des 21. Jahrhunderts ist aufgrund der Klimakatastrophe brütend heiß und von Malaria verseucht. Ein soziales Netz ist nicht mehr vorhanden, auf den Straßen sterben die Bettler an Creutzfeldt-Jakob. Illegale Gentechnik blüht auf dem Schwarzmarkt ebenso wie der Drogenhandel. Neben psychoaktiven Viren werden "Puppen" hergestellt -- seelenlose, menschenähnliche Geschöpfe, nur zum Gebrauch und Verbrauch bestimmt.
Alex ist ein besonders begabter Genhacker. Als er wie immer in Geldnot ist, nimmt er einen zwielichtigen Auftrag an: Er soll für Puppen, die auf Kampfspiele spezialisiert sind, einen Hormoncocktail herstellen. Die Hormone sollen den sterilen Kreaturen zur Geschlechtsreife verhelfen und sie so in Zuchttiere verwandeln. Doch Alex ahnt nicht, dass der Auftrag Teil eines viel weitreichenderen Plans ist. Das mysteriöse, selbst gentechnisch veränderte Mädchen Milena will die Puppen befreien, und erschafft damit "Feen", intelligente und gefährliche Wesen.
Alex ist in der billig eingerichteten Wohnung eines Hochhauses groß geworden. Wenn seine Mutter high war, dann zeigte sie ihm die Lichter der Stadt und erzählte ihm vom "Feenland". Als Erwachsener irrt Alex auf der Suche nach den Feen quer durch Europa. Er ist auf der Suche nach einem Traum, auch wenn ihm klar ist, dass seine Sehnsucht vielleicht nur durch die Manipulation seines Gehirns entstanden ist.
Romane, die von den Möglichkeiten der Gentechnik handeln, gibt es inzwischen nicht wenige in der SF, beispielsweise der intelligent und mitreißend geschriebene Bettler in Spanien von Nancy Kress. Was McAuleys Roman auszeichnet, sind seine Figuren und die Brutalität der Straße, die sich mit einer ganz eigenen Poesie vermischt. Alex ist ein fetter Dealer in Latzhosen und Gummistiefeln, seine Mutter eine wasserstoffblonde Alkoholikerin, und einer der sympathischsten Charaktere des Romans saß wegen Todschlags im Gefängnis. McAuleys Geschichte ist düster und zynisch, doch mitten in der kollabierenden Großstadt leuchten immer wieder die Lichter der Menschlichkeit. --Birgit Will