Endlich wurde das Frühwerk einer der am meisten unterbewerteten Bands der frühen 80er Jahre wiederveröffentlicht. Ursprünglich erschien das 2. Album der aus Watford, England stammenden Sad Lovers & Giants 1983 im Umfeld des ausklingenden New Wave auf dem legendären Midnight Music Label, welches seinerzeit die Heimat für viele ähnliche, im positiven Sinne verschrobenen Bands dieser Epoche gewesen war. Irgendwann später wurde diese Art von Musik, zurecht oder auch nicht, in die Schublade des Cold Wave gepackt.
Der vertrackte SLAG-Sound läßt sich am besten beschreiben mit hochmelodischem, treibendenden Gitarrensound, prägnantem Bass-Spiel, eingebettet in keyboard-dominierte Klangflächen. Auf den einzelnen Stücken dieser CD wird eine intensive & dichte, zuweilen dunkle Aura erschaffen, die weitab Gothic-Peinlichkeiten seinesgleichen sucht.
Anspieltips: eigentlich alles. Meine persönlichen Favoriten unter den 13 Titeln dieser CD: Imagination, Cow Boys, Sleep, Vendetta, Man of Straw, Close to the sea, Strange orchard, Your skin and mine, Flux. Gerade beim letztgenannten Stück läuft mir auch heute noch immer ein Schauer über den Rücken! Feeding the flame for a change, in flux again, feeding the flame for a change, caught in flux again...
Die Musik von SLAG ist absolut eigenständig, wer dennoch nach Referenzpunkten sucht: Chameleons, And also the Trees, For Against, Saigon (letztere kennt vermutlich auch niemand). Wer sich in diesen Gefilden wohl fühlt, der wird es auch bei diesem Album tun!
Von einem kommerziellen Durchbruch weit entfernt, noch nicht einmal Kritiker-Lieblinge, haben SLAG leider immer ein Schattendasein fristen müssen. Daran wird leider auch die fällige Wiederveröffentlichung dieses Juwels leider nichts ändern. Für mich trotzdem eine der 10 wichtigen Platten aller Zeiten!
Kaufen, entdecken, wieder entdecken eines der am besten gehütetsten Geheimnisse der frühen 80er!