Grosse Erwartungen führen meist zu grossen Enttäuschungen...
Steve Hackett ist bekannt für seine ausgefeilten, versponnenen Klangcollagen mit Hang zu klassischer Musik. Diesen Anspruch hatte er sowohl als Mitglied bei Genesis wie auch auf seinen Soloalben konsequent durchgezogen - mit einer Ausnahme: "Feedback '86".
In diesem Fall hätte man weitaus mehr Kreativität erwarten können. Besonders hinsichtlich des vielversprechenden Aufgebots an namhaften Musikern wie Queen-Gitarrist Brian May, Sängerin Bonnie Tyler sowie zwei Mitgliedern von Marillion, welche Steve Hackett als musikalischen Support eingesetzt hatte.
Doch leider wurde daraus kein kreatives Potpourri aus unterschiedlichen Stilrichtungen, sondern ein grösstenteils enttäuschendes, einfältiges Mainstream-Gedudel, mit nie enden wollenden Refrain-Wiederholungen, wie man es aus all den billigen, anspruchslosen 80er-Pop-Charthits zur Genüge kennt.
Was hat Steve Hackett wohl dazu getrieben? War dieses Album vielleicht am Ende bloss eine Art ironischer Seitenhieb an all jene Fans und Kritiker, die in ihm bislang nur den anspruchsvollen, Progressive-Rock-Künstler sahen? Wenn ja, dann ist es ihm aber auf diesem Album gelungen, seinem bisherigen Ruf Lügen zu strafen!
Feedback '86: Ein Album, prädestiniert für eine dicke Staubschicht...