Téhy und Tillier legen mit dem Dreiteiler über Fee eine wunderschöne und bildgewaltige Erzählung vor, die sogar kurz den Mythos der Feen, wie er in Peter Pan begründet wird, streift. Téhy hat für seine Story ein eigenes Universum erschaffen, in der Miyake selbstgefällig zum Missgefallen seiner Untertanen regiert. So verfügen die Automaten Jam und Fee über mehr Gefühle, als alle Menschen, die von Téhy bewusst als Kontrast zu den Automaten bis auf ganz wenige Ausnahmen von Bürgern des einfachen Volkes als eindimensional, grausam, zerstörerisch und selbstgefällig dargestellt werden.
Doch auch die Automaten sind keine Art, die sich nur in Liebe übt. Das wäre Téhy zu wenig. Seine Automaten, insbesondere Jam, verfügen über Selbstzweifel, ob sie den Ansprüchen Crampetts, ihrem Erbauer und Vater", genügen oder sie haben Angst vor den zerstörerischen Menschen und bitten Crampett bei dem Angriff auf die Kathedrale zerstört zu werden.
Jam selbst steht für die Suche der Menschen nach Erfüllung in der Liebe, die viele nicht finden. So gibt Jam selbst an, bereits seit Jahrhunderten nach Fee zu suchen, bevor er sie finden kann. Dies ist Téhys Kritik an einer Gesellschaft, die nur auf Konsum, Genuss und Oberflächlichkeit ausgerichtet ist.
Den Schluss dieser wunderschön epischen Story möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber jeder dürfte sich denken können, dass wahre Liebe nie stirbt.
Fee selbst war ursprünglich als Drehbuch für das Medium Film konzipiert, aber Téhy konnte weder in Europa noch in den USA jemanden finden, der seine Vorlage verfilmen wollte. Ein weiterer Glücksfall für Téhy und seine Story ist Beatrice Tillier, deren einfühlsamen Zeichnungen erst den verschiedenen Charakteren Leben einhauchen. So bekennt sie selbst, die Automaten mit weichem und die Menschen mit hartem Strich gezeichnet zu haben.
Dem einen oder anderen mag der Plot zumindest ansatzweise bekannt vorkommen. Tatsächlich hat schon einmal der alte Splitter Verlag in 1997 den ersten Teil der Story veröffentlicht. Der Splitter Verlag hat nun erstmals alle drei Teile in einem hochwertigen Band mit neuer Übersetzung veröffentlicht. Für mich ist dies trotz weiterer viel versprechender Titel die Ausgabe des Monats des Splitter Verlags und zeigt auch, dass das Konzept, sowohl ältere, als auch aktuelle Titel aufzulegen, voll aufgeht.