Etwas schmerzbefreit sind die Herren Burns und Convertino allerdings schon. Ein Cover-Artwork auf dem Titel, dass es den Betrachter schüttelt und mit „Sunken Waltz" einen gewöhnungsbedürftigen Schunkel-Track zum Einstieg. Da muss man durch. Aber danach winkt eine Belohnung wie ein für die Hyänen in den Staub geworfenes Stück Grillgut. Convertinos nach wie vor famose Schlagwerk-Arbeit taucht Calexicos Klangwelten wie gewohnt in einen leichten Wellblechhütten-Sound. Und der Bogen, den diese Truppe auf „Feast of Wire" spannt! Filmreife Streicher, sägende Trompeten, schmalzige Country-Hooklines, knüppeltrockene Gitarren, flockiger Pop, geschmeidiger Bar-Jazz. Selbst wenn man ausschließlich in der Lüneburger Heide einen gepflegten Pensions-Urlaub verbringt, tauchen staubige Bilder von Landstraßen, klobigen Kakteen und ausgeblichenen Kuhschädeln wie oft gesehen vorm geistigen Auge auf.
Wunderschön: „Pepita", „Not even Stevie Nicks", „Dub Latina". Vertraut: „Close Behind", „Across the Wire". Schräg: „Attack el Robot! Attack!". Jedem ans Herz gelegt sei auch die Sonder-Edition dieser Platte, u.a. mit dem lustigen Bonus-Track „Corona".
„Feast of Wire" ist schlicht, ergreifend und unumwunden ein blendendes Werk und fördert die Lust auf diesen Sound. Gut möglich, dass es bald mehr Kerle gibt, die in der Kneipe auf den Boden spucken.