Man kann ja wirklich viel über Nina Hagen sagen und wie wir wissen, tun das auch genug... doch wie auch immer man zu ihr steht, ablehnend oder zustimmend, Nina Hagens Stimme ist unverkennbar:
Kräftig, ausdrucksstark, wie ein verbales Punk-Rock-Pop-Orchester! Nein, falsch - sie ist dieses eben beschriebene Ensemble.
Und auf der "Fearless"-Scheibe kommt ihr schrilles Talent voll rüber. Vom hitverdächtigen "New York, N.Y." bis zum von Souixie and the Banshees inspirierten "Springtime in Paris" - Frau Hagen trumpft von Titel zu Titel. Okay, bei "Silent love", dem einzigen Song, bei dem Madame wieder in die Brabbelsprache abrutscht (was ehrlich gesagt total süß klingt), braucht man sonst keine verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittel beim Zuhören!
Weitere Highlights sind das bekannte "Zarah" (Ninas Homage an die Leander) und das elektro-funkige "My sensation". Gut produziert und passend auf Nina zugeschustert, um ihren zwischentextlichen Gurr- und Dekorationslauten freie Bahn zu garantieren - einfach super. Nun zu meinem Liebelingsstück: "I love Paul"! Instrumente, Text und Gesang befinden sich in vollkommener Harmonie und die Mother of Punk bringt hier stimmlich alles zum leuten, sogar indische Gebetszeilen! Werte Frau Hagen, ich liebe diesen "Paul" auch!
Hört man die Platte durch, dann merkt jeder Kenner und Musikfreund, dass Nina Hagen ihrer Zeit wie so oft gnadenlos vorraus war - und ist! Denn Hits wie "What it is" und "T.V. Snooze" bringen die aktuellen Ami-Bands und Möchtegernpunkrocker heutzutage (gerade mal) in abgenudelter Form heraus. Nina Hagen kann ruhig fearless sein - bei dem schrillen Talent gibts da keine Probleme.
Also: Kaufen Kaufen Kaufen Kaufen Kaufen .....