Ich habe dieses schoene Buch zu Weihnachten geschenkt bekommen, und musste dann gleich zu lesen anfangen - vielleicht, weil ich zufaellig auf eine Stelle stiess, die versucht, europaeische Nationalcharaktere anhand des landesueblichen Toilettenschuesseldesigns zu erklaeren... sehr nett. Erica Jong beschreibt die Geschichte einer jungen Frau, die von Psychoanalytikern umringt zu sein scheint. Ihr Mann, Benett, ist ein "shrink" (ihr zweiter Mann, wohlgemerkt - ihr erster landete mit Shizophrenie im Krankenhaus, nachdem er sich davon ueberzeugt hatte, Jesus Christus zu sein). Auf einem Kongress in Wien lernt sie Adrian kennen, der aus London gekommen ist und sie in erotische Gefuehlswirren stuerzt; was ihrem Mann kaum verborgen bleibt (und verborgen bleiben kann). Man tut dem Buch Gewalt an, wenn man es als "erotisches" bezeichnet, kommt doch die Erotik eher am Rande vor; die Ich-Erzaehlerin Isadora denkt viel ueber Sex nach, aber der Grossteil davon ist von Schuldgefuehlen besetzt; und im wesentlichen besteht das Buch eh aus Rueckblicken auf ihre Familie, ihre Lebensgeschichte und ihre Psychoanalytiker. Und das ist dennoch sehr unterhaltsam, vielleicht mehr noch aus der historischen Perspektive, spielt das Buch, 1974 veroeffentlicht, doch in den Mitt-60ern und fruehen 70ern. Ich mochte es, und werde es gerne noch einmal lesen. Nicht nur, weil es ein Weihnachtsgeschenk war. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)