Der italienische Schriftsteller Ugo Riccarelli, der 1995 mit einem autobiographischen Bericht über seine lebensrettende Herz-und Lungentransplantation debütierte, hat mit "Fausto Coppis Engel" einen Erzählungsband vorgelegt, der das Herz jedes an Sport und an Literatur interessierten Lesers höher schlagen läßt. In 11 Geschichten befaßt sich der Autor mit meist berühmten Sportlern der Vergangenheit. Deren Glanztaten dienen ihm dabei nur als Folie für die Erfahrung des Scheitern und der Niederlage als Metaphern des menschlichen Lebens.
Ein Jahr vor seinem rätselhaften Malaria-Tod wird der Radsportstar Fausto Coppi beim Traning von einem blonden Jungen mühelos abgehängt; am 04. Mai 1949 wird die als unschlagbar geltende Turiner Fußballmannschaft bei einem Flugzeugabsturz ausgelöscht; Jack Johnson, einer der größten Boxchampions aller Zeiten, leidet darunter, daß er die "falsche Farbe" hat; der legendäre Emil Zatopek, 1952 in Helsinki dreifacher Olympiasiger (5000 Meter, 10000 Meter, Marathon), ist der kommunistischen Obrigkeit als Anhänger Dubceks nie zu Kreuze gekrochen, obwohl er dafür einen hohen Preis zahlen mußte...
Wenn ein talentierter Schriftsteller sich des Themas "Sport" in seinen unendlichen Facetten annimmt, kann daraus große Literatur werden. Ugo Riccarelli tritt mit seinen großartigen Erzählungen den Nachweis meiner These an.