Es waere muessig, den tausenden Rezensionen inhaltlich eine weitere hinzufuegen zu wollen. Konzentrieren wir uns also auf die Realisierung des vorliegenden Hoerbuchs.
Im Jahre 1954 ging die "Deutsche Grammophon" daran, ihr klassisches Musikprogramm um ein Programm "Grosser Literatur" zu ergaenzen. Den Beginn machte man mit dem Faust 1 in der Duesseldorfer Inszenierung durch Gustaf Gruendgens.
Doch geht es bei dieser Einspielung nicht wie in frueheren Aufnahmen darum, die Stimme von bestimmten Schauspielern festzuhalten, sondern um die Vermittlung des dichterischen Worts und seines Sinngehalts im Ganzen .
Hatten jene Aufnahmen einst vornehmlich dokumentarischen Wert, stellt die vorliegende Aufnahme nicht die Interpreten heraus, sondern diese in den Dienst der Dichtung als Sprachkunstwerk.
Der Reiz der Aufnahme liegt m. E. darin, dass es ihr gelingt, das Buehnendrama ohne akustische Illusionsmittel einer Hoerfunksendung in ein Hoerspiel umzusetzen.
Dass dabei die eine oder andere unwesentliche Textstelle wegfaellt, kommt der szenischen Realisierung letztlich nur zugute.