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Produktinformation
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Goethe hat es verstanden, aus der alten Geschichte vom Doktor Faustus, der nach unbedingter Erkenntnis strebt, ein Drama zu machen, das in seiner inhaltlichen und sprachlichen Vielfalt sämtliche Vorgänger in den Schatten stellt. Seine Faust-Gestalt -- und mit ihr das faustische Streben -- stehen für das Streben des Menschen überhaupt.
Zu Beginn des Dramas wettet Mephisto mit Gott um die Seele von Faust. Mit Verlockungen und Verwirrungen versucht der Widersacher sein Opfer zu verführen. Nichts scheint ihm unmöglich. Auch das unschuldige Gretchen, in das sich Faust verliebt, scheint er in seiner Gewalt zu haben. Als sie ihre Mutter umbringt, um sich ein Stelldichein mit Faust zu erschleichen, nimmt die Tragödie ihren Lauf...
Und doch zeigt sich -- trotz allen Leides, welches der Teufel anrichtet -- über die wahre, unschuldige Liebe kann er nicht triumphieren. Mephisto bleibt ein Zyniker vor dem Herrn, ein destruktives Element, ein armer Teufel.
Nicht zuletzt auch Sprache und Form der Tragödie sind eine wahre Meisterleistung: Kaum ein anderes Werk besitzt solch eine Vielzahl an metrischen Formen, die exakt auf die jeweiligen Personen und die Dichte der Atmosphäre abgestimmt sind. Die Einmaligkeit von Faust wird erst durch mehrmaliges Lesen deutlich. Dafür sollte man sich Zeit lassen. Auch im kommenden Jahrtausend. --Anne Hauschild -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Trunz hat einen aufwendigen Anhang beigefügt, in dem er die Historie der Entstehung des Faust kommentiert, er die Bedeutung jeder einzelnen Szene erklärt (oft mit Verweisen auf Goethes Freund Eckermann) und sogar viele Verse genauestens erklärt.
Mir haben insbesondere die Kommentare zu den griechischen mythologischen Figuren des zweiten Teils geholfen, den Text und die Intentionen Goethes besser zu verstehen.
Ganz subjektiv: Ich liebe Goethes Faust und vor allem den 2. Teil, habe über die Klassische Walpurgisnacht meine Diplomarbeit geschrieben, und nehme das Buch immer wieder zur Hand um mich an einzelnen Passagen zu erfreuen.
Mein Kommentar zielt auf die vorliegende Ausgabe ab. Jeder sollte Goethes Faust irgend wann einmal lesen - die Frage ist nur: in welcher Ausgabe?
Selbstverständlich in einer kommentierten! Besonders der Faust 2 ist ohne Kommentar kaum zu verstehen.
Es scheiden sich die Geister, wie weit ein guter Kommentar nur Erläuterung von Fakten, oder wie weit er interpretieren und damit Interpretationshilfe oder -beeinflussung sein soll. Der Trunz Kommentar dieser Ausgabe hält sich relativ strikte an die erste Linie.
Dem Leser wird erklärt, was Greife sind, wer Helena war, und was Erichtho mit den Pharsalischen Feldern zu tun hat.
Für einen Faust Kommentar ist dieser von Trunz sehr kurz, was so manchem Leser bestimmt sehr sympathisch ist, weil es nicht jedermanns Sache ist, mehr Kommentar als Werk zu lesen.
Allerdings wird man auf viele Feinheiten des Faust beim Lesen mit diesem Kommentar nicht aufmerksam werden. Interpretatorischen Fragen geht Trunz kaum nach.
Meine erste Faust Lektüre habe ich mit diesem Kommentar hinter mich gebracht, und damals war ich durchaus dankbar, schnell und einfach die wichtigsten Infos zu mythologischen Figuren und Schauplätzen zu erhalten.
Im Laufe meiner Beschäftigung bin ich auf viele andere, wesentlich ausführlichere Kommentare gestoßen, wie dem von Dorothea Hölscher-Lohmeyer in der Münchner Ausgabe, dem von Geyer bei Reclam oder dem von Schöne bei Artemis. Alle haben ihre Stärken und Schwächen: Lohmeyer mit ihrem Hang zur Überinterpretation ist vielleicht das krasseste Gegenteil zu Trunz. Auch Geyer füllt 2 Bücher als Kommentator. Schöne ist vielleicht der Mittelweg zwischen den Extremen.
Der Trunz Kommentar dieser Ausgabe ist meiner Meinung nach das Richtige für Faust-Anfänger oder für schnelles Nachschlagen handfester Information. In die Tiefe des Faust dringt man damit allerdings nicht.
Dazu heißt es lesen, lesen, lesen - nicht einmal, sondern viele Male. Hat jemanden die Liebe zum Werk einmal gepackt, wird er danach trachten, verschiedene Werke der Sekundärliteratur zu verwenden. Für den Anfang ist Trunz nicht schlecht.
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