Sehr gern wuerde ich eine sachliche Rezension schreiben, aber bei "Faust der Magier" ist dieses Vorhaben von Beginn an zum Scheitern verurteilt: Der neue Roman von Andreas Goessling ist - auch wenn der Kalender noch zu keinem Viertel verbraucht ist - ohne jeden Zweifel mein Buch des Jahres 2007.
Schon in seinen vorigen Werken gelang dem Autor eine Verbindung, die in Deutschland sowohl selten ist als auch - leider - viel zu haeufig als unmoeglich angesehen wird: Die zwischen packender Unterhaltung und hoechster literarischer Qualitaet, zwischen Lesefreude und Gehalt.
Im "Faust" ist diese Verbindung auf ihrem Gipfel: Der Roman ist mit seiner herrlichen, singenden Sprache ohne ein einziges Stocken zu lesen, er fesselt so, dass man die Nacht besser gleich drangibt, und sobald wenn man das Buch zuschlaegt, moechte man noch einmal von vorn beginnen.
Dass dieses darueber hinaus ein gewagtes, herausforderndes Buch ist, eines, das uns an Orte in uns selbst fuehrt, die aufzusuchen wir uns straeuben, dass der Autor etwas zu sagen hat und das auch schonungslos tut, bemerkt man, wenn man zum dritten Mal die Luft anhaelt: Ein atemberaubender Roman.
Koestlich: Die zahllosen literarischen Anspielungen, die tatsaechlich angespielt, nicht aufgepfropft werden.
Unerwartet: Der Humor in allen Schattierungen von Schwarz.
Verblueffend: Ein Faust, der nahe geht, der fuer sich gewinnt, der mit jedem Schrei in den leeren Himmel mir noch immer in den Ohren klingt.
Ein Faust, der anruehrt.
Fuer Fausthasser wie Faustanbeter - ein unwiderstehlicher Faust.
Ein Leseerlebnis und mehr als das.
Nicht versaeumen!