"Flix beweist, dass auch Comics wahr, schön und gut sein können." -- schreibt Andreas Platthaus, anerkannter Comicexperte und Donaldist, in der FAZ.
Tatsächlich gelingt es dem Zeichner, den Faust-Stoff (nahezu) vollständig, mit viel Verstand und genialen Einfällen ebenso unterhaltsam wie modern aufzubereiten. Gleich die erste Idee, aus Faust, der schon (Ach!) Philosophie, Juristerei, Medizin und Theologie studiert hat, einen Taxifahrer zu machen, ist exemplarisch für die brillante Übertragung von Goethes Drama ins heutige Berlin. Sie lebt nicht zuletzt davon, dass Flix es schafft, alle Elemente des Faust schlüssig in die Geschichte einzubauen -- oft merkt man erst auf der nächsten Seite, welche klassische Figur gerade die Bühne betreten hat.
Wer mit dem Stoff vertraut ist, findet auch bei mehrmaligem Durchlesen der "Graphic Novel" kleine Anspielungen auf die großartige Vorlage. Wer Faust noch nicht kennt, wird an Flix' Meisterstück ebenfalls seine Freude haben -- der Comic ist derart kurzweilig und gleichzeitig bemerkenswert eigenständig, so dass der Kauf selbst für Goethe-Verweigerer ein Gewinn ist.
Echte Kritikpunkte gibt es kaum: Das Buch könnte gerne einige Seiten länger sein, auch eine hochwertige Version in Farbe wäre super (insbesondere als Geschenk für anspruchsvolle Literaturfreunde). Schade ist zudem, dass Flix auf eine eigene Interpretation des Vorspiels auf dem Theater verzichtet.
Sein Zeichenstil ist indes über jeden Zweifel erhaben. Wer seine früheren Bücher kennt, weiß, dass Flix mit wenigen Linien ausdrucksstarke Panels schafft -- und dabei immer Platz für witzige Details findet.
Der Worte sind genug gewechselt. Ich bin froh, den Comic gekauft und inzwischen mehrfach verschenkt zu haben :-)