Die Gattung Klavierquartett als solche ist im Vergleich zum Quintett immer ein bisschen unterrepräsentiert, und die Quartette von Brahms ganz besonders.
Umso wertvoller ist diese Aufnahme der beiden Moll-Quartette - des jugendlich überschwenglichen Quartetts g-moll op. 25, das man heute vor allem in der Orchestration von Arnold Schoenberg kennt, und des schroff-melancholischen c-moll-Quartetts op. 60:
Um es kurz zu sagen: Die Aufnahme ist mustergültig:
Der Gesamtklang des Fauré-Quartetts ist sehr homogen, das Klavier drängt sich nicht in den Vordergrund. Trotzdem ist das Klangbild erfreulich entzerrt und transparent, jedes Ensemblemitglied erhält genügend Raum, seinen Beitrag zur Interpretation beizutragen.
Das dritte Quartett mit seinen Kontrasten zwischen intim-melancholischen und schroff-rhythmischen Passagen ist besonders eidrucksvoll geraten. Letztere werden vor allem vom Klavier getragen, das an diesen Stellen fast wie ein Schlaginstrument eingesetzt wird, aber auch berückend weich und farbig klingen kann.
Das erste Quartett ist im Vergleich runder, weicher, voller im Klang. Nicht umsonst hat Schoenberg gerade dieses Werk zu einer Art 5. Sinfonie orchestriert - schon der Quartettsatz klingt wie ein verkapptes Orchester, was die Musiker ebenfalls beherrschen.
Ich habe schon lange keine CD gehört, die mich auf Anhieb so vollständig überzeugt hätte. Wer Brahms und seine Kammermusik liebt, kommt an ihr nicht vorbei.