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Faule Kredite: Ein Fall für Kostas Charitos [Gebundene Ausgabe]

Petros Markaris
4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
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Kurzbeschreibung

5. Juli 2011
Die Morde an mehreren Bankern lassen die griechische Finanzwelt erzittern. Die Krise trifft inzwischen jeden, auch die, die sich in Sicherheit wähnten und Kommissar Charitos steckt mittendrin.

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 396 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2 (5. Juli 2011)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257067933
  • ISBN-13: 978-3257067934
  • Originaltitel: Lixiprothesmadania
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,8 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.1 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (28 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 153.480 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Über den Autor

Petros Markaris, geboren 1937 in Istanbul, ist Verfasser von Theaterstücken und Schöpfer einer beliebten griechischen Fernsehserie, er war Co-Autor von Theo Angelopoulos (Regisseur von ›Der Bienenzüchter‹, ›Der Blick des Odysseus‹ etc.) und hat deutsche Dramatiker wie Brecht und Goethe ins Griechische übertragen – zuletzt ›Faust I‹ und ›II‹ in Versform. Mit dem Schreiben von Kriminalromanen begann er erst Mitte der neunziger Jahre. Heute ist er die griechische Stimme in der zeitgenössischen Literatur, seine Romane erscheinen in 13 Sprachen und sind international preisgekrönt (zuletzt mit dem Pepe-Carvalho-Preis für Kriminalliteratur). Petros Markaris lebt in Athen. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Broschiert .

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50 von 54 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kopflos in Athen 16. Juli 2011
Von Helga Kurz TOP 500 REZENSENT VINE™-PRODUKTTESTER
Format:Gebundene Ausgabe
2010, Sommer in Athen. Die Finanzkrise legt Griechenland lahm. Urlaub auf den Inseln, am Strand ist für viele Städter nicht drin. Die Straßen sind verstopft, die Menschen demonstrieren wegen der Wirtschaftslage und wegen schmerzhafter Einschnitte in die Sozialsysteme oder sitzen resigniert vor dem Fernseher, der die Welt ins Haus bringt und gleichzeitig von ihr ablenkt. Eine Serie geköpfter Männer, alle aus dem Dunstkreis der Finanzwelt, hält die Polizei der Hauptstadt mit Kostas Charitos an der Spitze der Ermittler in Atem. Terrorismus, ein Rachefeldzug gegen das Kapital, allen voran gegen die Banken, eine persönliche Abrechnung? - die Wellen schaukeln hoch. Ausländer sind unter den Opfern, der Außenminister drängt auf rasche Aufklärung. Wie passen ehemalige Spitzensportler, deren Karrieren wegen Dopings ein jähes Ende fanden, Bettler, Plakatkleber und fremdländisches Dienstpersonal ins Bild? Charitos muss nachdenken und absolviert nebenbei einen Crashkurs in der Welt des globalen Finanzwesens: Mit Hedgefonds und Derivaten musste er sich bisher noch nie auseinandersetzen. Seine Kollegen plagen Zukunftsängste: Wie sollen sie bei gekürzten Bezügen ihre Kinder durch kostspielige, langjährige Ausbildungen bringen, wie ihre Baudarlehen und Konsumentenkredite abbezahlen? Sollen sie nun bis an ihr Lebensende arbeiten? Charitos einziges Kind hat sein Studium bereits abgeschlossen, auch promoviert, und gerade einen zielstrebigen Kardiologen geheiratet. Die Aussicht auf einen respektablen Job lässt jedoch auf sich warten. Wo gutbezahlte Arbeitsplätze rar sind, sind bestens vernetzte Seilschaften wichtiger als Spitzenabschlüsse. Adriani, Charitos Frau, wird durch den Selbstmord eines Nachbarn, der finanziell am Ende ist und den finalen Sturz aus dem Fenster wählt, nur kurz aus der Bahn geworfen. Mit beißendem Humor kommentiert sie die Welt um sich herum und ist weder durch Titel noch durch Kapriolen der Hochfinanz leicht zu beeindrucken. Charitos, der mehr schlechte als gute Tage in diesen Zeiten für sich verbuchen kann, teilt die lebenstüchtige Bodenständigkeit seiner Frau, lässt sich weder blenden noch ablenken und ist schon bald auf der richtigen Spur...

Griechenland, "Die Wiege Europas", war für uns Deutsche lange Zeit vor allem ein klischeebehaftetes Sommerurlaubsziel, dessen Vorzüge sich nun in den Augen nicht weniger Deutschen und anderer Europäer fast ausschließlich zu einem kostspieligen Ärgernis verwandelt haben. Markaris lässt das augenzwinkernd in den neuesten Fall für seinen Serienhelden Kostas Charitos einfließen und wer will, bekommt etliche Ansätze geboten, sich mit der globalen Finanzwelt abseits des weitverbreiteten Populismus und mit dem Alltag vieler Griechen, Menschen wie du und ich, zu beschäftigen. Interessant und horizonterweiternd ist der Blick des mit deutschen Befindlichkeiten und mit der deutschen Sprache und Kultur vertrauten griechischen Autors kosmopolitischen Zuschnitts allemal. Aus diesem Grund sei dieses Buch auch Lesern empfohlen, die mit Serienermittlern und /oder Kriminalromanen aus der Sicht polizeilicher Ermittlungsarbeit sonst wenig im Sinn haben. Passionierte Leser sind eher auf der Hut und laufen den Rattenfängern nicht so ohne weiteres hinterher; sie neigen dazu, sich ein eigenes Bild zu machen und nicht nur aus einer Quelle zu schöpfen. Vielleicht geht es Ihnen wie mir und es macht Sie auch zornig, wenn Ihre Tagszeitung Ihnen folgende Schlagzeile - ohne Anführungszeichen - "Portugal auf Ramschniveau" entgegenbrüllt. Ein Land mit all' seinen Menschen ausschließlich aufs Geld reduziert? Das ist mir zu billig. Petros Markaris sieht das wohl auch so.

Helga Kurz
16.Juli 2011
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Broschiert
Petros Markaris Kriminalroman "Faule Kredite" erschien 2010 und ist der sechste Fall des sympathischen Protagonisten Kostas Charitos.
Was den Roman -abgesehen von der grundsoliden Krimihandlung- so empfehlenswert macht, ist die politische Brisanz, die ihm zugrunde liegt: Die Handlung ist nämlich im Griechenland der Schuldenkrise angesiedelt und spielt im Bankenmilieu. Markaris, der sicherlich mehr als nur Kriminalschriftsteller ist und weltweit großes Ansehen genießt, stellt in diesem Buch die Hintergründe der Griechenlandkrise dar und die Haltung sder griechischen Bürger zu ihr, aber auch gegenüber Europa! Dabei scheut er sich nicht mittels seiner Protagonisten kritische Worte zu finden, und die Ursachen der Griechenlandkrise zuvorderst den Griechen selbst anzulasten.
Man erfährt einiges über Staat, Politik und griechischen Selbstverständnis. Allein deswegen ist die Lektüre eine Lesetipp!

Was den Inhalt anbelangt ermittelt Kriminalkommissar Charitos in einer Mordserie an Branchengrößen aus der Bankenszene. Diese werden allesamt durch Enthauptung hingerichtet. Als in Athen dann auch noch Plakate verteilt werden, welche das Bankwesen verunglimpfen und zur Boykottierung bezüglich der Rückzahlung von Krediten aufrufen, scheint Charitos mit einem zweiten Fall belastet zu werden. Doch bald verknüpfen sich beide Angelegenheiten, und Charitos kommt auf die richtige Fährte...

Die Krimihandlung ist solide, logisch, und durchaus spannend. Aber nicht spektakulär oder herausragend. Was dem Roman seinen besonderen Charme verleiht ist ganz klar der politische Hintergrund.

Eindeutige Leseempfehlung!
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Winfried Stanzick HALL OF FAME REZENSENT TOP 50 REZENSENT
Format:Broschiert
In seinen bisherigen Kriminalromanen um den Athener Kommissar Kostas Charitos hat sich dessen Schöpfer, Petros Markaris, einer der bedeutendsten Autoren des gegenwärtigen Griechenlands, schon des Öfteren mit aktuellen und auch historischen politischen Fragen befasst. Diese Bücher haben Petros Markaris nicht nur einen Kultstatus unter einer gewissen Schicht der Krimileser verschafft, sondern auch das Bild Griechenlands bei ihnen geprägt. Ähnlich wie manche italienischen Autoren wie Camilleri ("Petros Markaris gefällt mit außerordentlich") und auch zuletzt immer stärker Gianrico Carofiglio, kritisiert Markaris mit viel Witz und hintergründigem Humor die Verhältnisse. Seine Analyse ist zuweilen scharf und beißend, und dennoch scheint er die griechischen Verhältnisse auch zu lieben und wirbt zwischendurch immer wieder um Verständnis beim Leser.

Schon lange vor dem Erscheinen seines neuen Romans haben zusammen mit dem Rezensenten auch viele andere Liebhaber seiner Bücher mit Spannung darauf gewartet, wie er nach seinen zahlreichen Interviews in deutschen Medien über die sozialen Spannungen in Griechenland nach dem "Ausbruch" der Finanzkrise dieses Thema in einem Kriminalroman bearbeiten würde. Denn dass er einbauen würde, war klar.

Und, um es vorweg zu sagen: es ist ihm hervorragend gelungen. Zu Beginn des wie immer spannenden neuen Buches heiratet Kostas' Tochter Katerina, promovierte Juristin ohne Job ihren Arzt Fanis, mit dem sie schon einige Jahre zusammen lebt. Und noch eine Neuerung hat es gegeben seit dem letzten Fall: Kostas Charitos hat seinen alten Fiat Mirafori verschrotten lassen und sich einen neuen Wagen gekauft, natürlich auf Kredit.

Trotz der nicht geringen Kosten für Auto und Hochzeit kommen Kostas und seine Frau Adriani mit seinem Gehalt ganz gut hin, und obwohl sie selbst nicht wissen, wie lange sie ihre Raten noch zahlen können, kommentiert er immer wieder bissig und sarkastisch die sich durch das ganze Buch hinziehenden Kommentare seiner Kollegen, die sich darüber aufregen, dass sie im Zuge der in ihren Augen von Deutschland und anderen Ländern der EU durchgedrückten Sparmaßnahmen nun keine 14-15 Monatsgehälter mehr bekommen und nicht schon weit vor ihrem 60. Lebensjahr in Rente gehen können.

Man kann den ganzen Roman lesen als ein aktuelles Soziogramm der griechischen Gesellschaft und ihrem Umgang mit dem Ende ihres jahrzehntelangen Lebens auf Pump.

Kaum sind die Hochzeitsfeierlichkeiten abgeschlossen, werden innerhalb von wenigen Tagen zwei Banker auf grausame Art umgebracht. Der Mörder hat sie aus nächster Nähe mit einem Schwert geköpft und auf ihre Kleidung einen Zettel geheftet, auf dem ein großes D prangt. Insbesondere die Medien, aber auch Teile des Polizeiapparats schließen einen Terroranschlag nicht aus. Man vermutet natürlich Zusammenhänge mit der aktuellen Krise und dem sich in der Bevölkerung immer weiter zuspitzenden Hass auf die Banken, denen man die Schuld an der ganzen Misere gibt, so als hätten die Bürger nicht jeden einzelnen ihrer "faulen Kredite" selbst und bei vollem Bewusstsein unterzeichnet.

Dann ist über Nacht die Stadt mit Plakaten voll geklebt, auf denen die Bürger aufgefordert werden, keine einzige Rate mehr zu bedienen. Und dann geschehen noch weitere Morde, wieder Enthauptungen. Die Stimmung im Polizeiapparat ist hypernervös, andauernd muss Kostas zusammen mit seinem Chef zum Minister, den sie auch irgendwann davon überzeugen können, dass alle Indizien gegen ein terroristisches Motiv sprechen und der Täter woanders zu suchen ist.

Die Zusammenhänge, die Petros Markaris in diesem Buch herstellt und die letzten Endes zur Aufklärung der Mordfälle führen, sind genial konstruiert und lange für den Leser überhaupt nicht offensichtlich, was das Buch zu einem echten pageturner macht. Ein Buch, ein Roman, dem es mit einer fiktiven Handlung wieder einmal gelingt, die aktuellen griechischen Gesellschaftskonflikte transparent zu machen und sich hervorragend in die Mentalität der Griechen einfühlt. Bei allem Spott, den Markaris zeitweilig übrig hat, bei aller Ironie, die er sprachlich brillant einstreut, ist er aber nie larmoyant oder gar besserwisserisch. Er beschreibt die harte Realität der Griechen mit scharfer und spitzer Feder, aber nie ohne eine stille Solidarität mit ihnen und ihrer Lebensweise.

Ein brillanter Roman aus einer der besten Krimireihen auf dem Markt, von der man gerne noch weitere Bände lesen wird.
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Alles in Ordnung, würde wieder dort bestellen. Was mich ärgert und nicht korrekt finde, ist, wenn ich zwei oder mehrere Bücher bei ein und demselben Anbieter... Lesen Sie weiter...
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Wieder genau das, was man bekommen will, wenn man sich einen Charitos - Krimi kauft. Viel Griechenland, viel Athen, viel alltägliches Gekabbel zwischen den Eheleuten Charitos. Lesen Sie weiter...
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