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Fatwa - Vom eigenen Mann zum Tode verurteilt
 
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Fatwa - Vom eigenen Mann zum Tode verurteilt [Taschenbuch]

Jacky Trevane , Gisela Sturm
3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 320 Seiten
  • Verlag: Heyne Verlag (1. September 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 345364039X
  • ISBN-13: 978-3453640399
  • Originaltitel: Fatwa. Living with a Death Threat
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,6 x 2,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 148.286 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Die junge Engländerin Jacky heiratet den Ägypter Omar und folgt ihm nach Kairo, wo sich ihr Leben bald zu einem Albtraum entwickelt: Sechs Jahre lang ist sie den Misshandlungen ihres Mannes ausgesetzt. Zwar gelingt Jacky mit ihren beiden kleinen Töchtern die Flucht nach England, doch muss sie dort in ständiger Todesangst leben: Ihr Mann hat eine Fatwa – ein Kopfgeld – auf sie ausgesetzt …

Über den Autor

Da Jacky Trevane sich nach wie vor in Lebensgefahr befindet und sich versteckt halten muss, gibt es zu ihrer Sicherheit keinerlei Infos über sie.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
63 von 75 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Anleitung zur Xenophobie 6. Dezember 2009
Von sabatayn76 TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
Inhalt:
Jacky will einen letzten Urlaub mit ihrem Freund verbringen, bevor sie sich trennt. Allerdings verlieren sie sich kurz nach ihrer Ankunft in Ägypten aus den Augen. Jacky zieht spontan bei einer ihr völlig unbekannten ägyptischen Familie ein und verliebt sich Hals über Kopf in den Sohn Omar. Schnell wird geheiratet, Jacky gibt ihr Leben in Großbritannien auf und beginnt ein neues Leben in Kairo.

Mein Eindruck:
Dieses Buch strotzt vor Vorurteilen, Unwissenheit und Fehlinformationen. Einige Beispiele:

(1) Bereits der Titel des Buches beruht auf einem Fehler und auf bodenloser Unwissenheit. Eine Fatwa ist ein islamisches Rechtsgutachten. Üblicherweise wird eine Fatwa angefertigt, um ein Problem, das im Rahmen der islamischen Religion aufgetreten ist, zu klären. Eine Fatwa ist weder ein 'Kopfgeld' (wie es im Klappentext steht), noch ein 'Todesurteil' (wie es im Titel steht).

(2) Es ist mir unbegreiflich, wie unbedarft die Protagonistin ist. Sie kommt nach Ägypten, ist völlig unwissend, und man hat das Gefühl, sie muss irgendwo am Ende der Welt aufgewachsen sein. Zum Beispiel wundert sie sich über das Geschrei auf der Straße und muss erst einmal aufgeklärt werden, dass Muslime durch einen Muezzin zum Gebet gerufen werden. Hat doch eigentlich jeder schon einmal gelesen/gehört/erzählt bekommen, oder?

(3) Ihre Schilderungen bezüglich Omars Familie sind völlig sinnfrei. Ein Ägypter, der sie küsst, dem sie sich in die Arme fallen lässt und der in der Öffentlichkeit ihre Hand nimmt, obwohl sie sich erst seit einem Tag kennen? Das ist wohl eher Trevanes Vorstellung einer arabischen Romanze und deutlich vorbei an der Realität.

(4) Ebenso unrealistisch ist die Szene, in der Jacky den Koran in die Hand gelegt bekommt, damit sie ihn anschauen kann. Wenige Zeilen später wird im Prinzip der richtige Umgang mit dem Koran beschrieben: Er darf nur im reinen Zustand berührt werden. Kein gläubiger Muslim würde einer Ungläubigen das Heilige Buch zum Durchblättern anbieten. Die Protagonistin durfte es angeblich trotzdem. Unglaubwürdig!

(5) Eine Protagonistin klärt Jacky auf, dass sie sich für das Gebet gen Mekka wendet. Sie sagt: 'Ich bete nach Osten.'. Mekka liegt jedoch südöstlich von Kairo. Eine einfache Sache und so schlecht recherchiert!

(6) Nach der Hochzeit merkt sie, dass sie den Nachnamen ihres Mannes gar nicht kennt. Finden Sie so viel Blauäugigkeit nachvollziehbar und glaubhaft?

(7) Die Beschreibungen des islamischen Feiertage sind schlichtweg falsch: Die Autorin schreibt, dass eine Woche nach dem Aid al-Fitr die Feierlichkeiten direkt in das Opferfest (Aid al-Adhu) übergehen. Zwischen diesen beiden Festen liegen jedoch zwei Monate. Das Fest des Fastenbrechens (Aid al-Fitr) beginnt - wie der Name schon sagt - nach dem Ramadan, am ersten Tag des 10. islamischen Monats. Das Opferfest beginnt am 10. Tag des 12. islamischen Monats. Einen Fehler bei den zwei wichtigsten islamischen Feierlichkeiten zu machen, halte ich für unverzeihlich.

Man hat wirklich das Gefühl, dass die Autorin nie in ihrem Leben in Ägypten war, oder dass sie unheimlich ignorant sein muss, um nichts vom Leben, vom Alltag, von Sitten und Gebräuchen wahrzunehmen und zu verstehen.

Was mich besonders ärgert: Und wieder werden die arabische Welt und der Islam stigmatisiert. Keine Frage, es gibt häusliche Gewalt in der arabischen Welt. Keine Frage, die arabische Welt ist eine patriarchalische Gesellschaft. Keine Frage, häusliche Gewalt ist schrecklich und etwas, gegen das vorgegangen werden muss, was nicht geduldet werden darf. Doch es gibt auch häusliche Gewalt in westlichen Ländern, in deutschen/britischen/amerikanischen Ehen. Diese Gewalt ist nicht besser oder schlechter als in anderen Teilen der Welt. Und es gibt auch gewaltfreie Ehen in der arabischen Welt - dies wird jedoch gern vergessen und passt nicht ins stereotype Bild der unterdrückten Frau, die von ihrem arabischen Mann geschlagen und gepeinigt wird. Die Warnung der Autorin, die sie im vorletzten Absatz ihres Buches ausspricht, sagt alles über ihr Schubladendenken und ihre Intoleranz, was man wissen muss, damit man dieses Buch nicht in die Hand nehmen braucht: 'Zweitens wende ich mich an all die romantischen Mädchen, die sich irgendwann Hals über Kopf in einen Ausländer verlieben. Bitte, seht euch vor!'.

Mein Resümee:
Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zum Schüren von Fremdenangst, Intoleranz, Vorurteilen und Stereotypien gegenüber dem Islam und der arabischen Welt. Lassen Sie es bleiben und lesen Sie etwas anderes.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Kunzi2010
Format:Taschenbuch
Ich möchte diesem Buch eine gewisse Spannung nicht einmal absprechen, denn auch ich hatte es innerhalb weniger Tage durchgelesen.

Was Jacky jedoch angeblich erlebt haben soll ist wirklich nicht ganz nachzuvollziehen. Wer würde denn in einem fremden Land zu fremden Menschen in deren Haus ziehen und die verlorene Urlaubsbegleitung einfach mal 10 Tage nicht suchen???? Das kann ich mir nicht vorstellen...
Die Naivität (fällt auch in vielen anderen Passagen auf) ist wirklich kaum zu übertreffen und ist für mich einfach unglaubwürdig! Ich kann dieses Buch nicht weiterempfehlen!
War diese Rezension für Sie hilfreich?
17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Nathalie
Format:Taschenbuch
Vorweg muss ich sagen, das ich selbst Deutsche bin (beide Elternteile deutsch) aber sehr viel wissen über den Islam und die arabische Kultur habe.

Ich finde es einfach nur unverschämt, dass manche Menschen in der Lage sind so etwas zu verfassen ohne sich zu schämen. Ich habe dieses Buch gelesen und bin sehr enttäuscht.

Es ist kaum vorstellbar, wie man so etwas verfassen kann, wenn man selbst kein Stück Wissen über den Islam hat. Davon abgesehen, dass sie viele Dinge falsch beschreibt, versucht sie wirklich nur das Land "Ägypten" an sich und die Menschen die dort leben bloß zu stellen. Andere "Nicht muslimische" Leute, die kein Wissen über den Islam haben, lese dies und haben dann so einen Eindruck. Ich finde es unmöglich.

Ich glaube kaum, dass die Geschichte wirklich so passiert ist, dafür gibt es zu viele Widersprüche.
Weder glaube ich ihr, dass sie ihren Freund im Urlaub aus den Augen verliert, sich dann ganz zufällig neu verliebt
(ich meine jeder andere Mensch würde nach dieser vermissten Person suchen und sich nicht gleich an den best nächsten ran machen). Weder glaube ich, dass der "böse" Ägypter sich plötzlich nach der Hochzeit so verändert hat, Muslimische Männer haben natürlich eine andere Art an sich als mitteleuropäische (bedeutet nicht gewaltbereiter) und das hätte sie seit dem Augenblick erkennen müssen als sie ihn kennen lernte.

Das Buch ist einfach nur unglaubwürdig und erinnert in seinem ganzen Aufbau und in seiner ganzen ausführlichen Geschichte sehr an den bekannten Film "Die weisse Massai".
Der einzige unterschied ist das es sich hier bei um Nordafrika handelt und nicht um Zentralafrika.

Aber wir wissen ja auch alle wieso diese Bücher geschrieben werden - weil sie sich gut verkaufen -
denn es ist das was die Menschen über Muslime lesen wollen - um noch mehr schlechtes zu denken - um noch öfter sagen du können: "Da guck mal die Frau wird von ihrem Mann zum Kopftuch tragen gezwungen!"
Es ist traurig. Und ich als Deutsche schäme mich wirklich sehr dafür. Ich würde dieses Buch überhaupt nicht weiter empfehlen. Es gibt so viele gute Bücher. Da muss man sich sowas echt nicht an tun.
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