Audrey Callahan hat ihrer Familie im Edge und deren Existenz als Betrüger und Schwindler den Rücken gekehrt und sich im Broken eine neue legale Existenz aufgebaut. Diese wird über den Haufen geworfen, als ihr Vater auftaucht und sie wider besseren Wissens dazu bringt, noch einen allerletzten Diebeszug zu unternehmen. Schnell wird klar, daß dieser letzte Raub keine gute Idee war; plötzlich sind verschiedene Parteien hinter dem Diebesgut her, unter ihnen auch Kaldar Mar, der für die Geheimorganisation Mirror arbeitet und durch seine Aktivitäten Rache für den Mord an seiner Familie nehmen will. Als er Audrey begegnet, wird ihm klar, daß ihn kein einfacher Auftrag erwartet - und daß er Audreys Hilfe brauchen wird. Nur hat die für noch einen Schwindler in ihrem Leben überhaupt keinen Platz...
In dieser Folge hat sich das Autorenduo mit zusätzlichen Elementen in ihrer dreigeteilten Welt zwischen Broken, Edge und Weird zurückgehalten und sich stattdessen darauf konzentriert, die bisher eingeführten Teile mit viel Magie und Atmosphäre weiter auszugestalten. Darüberhinaus gibt es ein Wiedersehen mit einigen Charakteren, auch dem Clan der Mar und Cerise, die in Folge 2 eine entscheidende Rolle hatte. Diesmal steht ihr Cousin Kaldar im Rampenlicht, der nicht nur gut kämpfen kann, sondern auch ein besonderes magisches Talent hat, unverschämt gut aussieht, und wie ein Chamäleon in die verschiedensten Rollen schlüpfen und alles mit Tricks und List erreichen kann, was er nur will.
Dumm ist nur, daß er damit bei Audrey überhaupt nicht landen kann; sie ist zwar seinen Reizen nicht abgeneigt, hat aber nach einer Kindheit unter Schwindlern und Täuschern keine Illusionen, daß sie für ihn etwas Besonderes sein könnte. Kommt noch dazu, daß sie als Trickdiebin mindestens genauso gut ist wie er und sofort durchschaut, worauf andere hereinfallen würden. Aus diesem Konflikt entstehen einige unterhaltsame Wortgefechte und manchmal ein Wettbewerb unter zwei nahezu ebenbürtigen Gaunern, manchmal aber auch einige schmerzhafte Wahrheiten, weil sich die beiden wenig vormachen können.
So gut diese beiden in Szene gesetzt sind, wird ihnen jedoch von zwei anderen Akteuren immer wieder die Schau gestohlen: Jack und George, die beiden Brüder von Rose Camarine aus Folge 1, nehmen eine wichtige Rolle in der Handlung ein und können hier richtig glänzen. Unter den Blaublütigen gelten sie immer noch als Ausgestoßene, und ihre besonderen Fähigkeiten machen ihnen das Leben nicht gerade einfacher. Sie werden in eine Situation geworfen, wo sie beweisen können und müssen, was in ihnen steckt, wenn man ihnen nur Gelegenheit dazu gibt. Das ist einfach klasse erzählt, und jeder, der die beiden in Folge 1 ins Herz geschlossen hat, sollte sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, zu erfahren, wie sie sich weiterentwickelt haben und was aus ihnen geworden ist. Von den beiden kann man gar nicht genug bekommen, und am Ende wünscht man sich, daß sie hoffentlich weiter einen wichtigen Platz in der Serie behalten und vielleicht sogar eines Tages eine eigene Folge bekommen.
Als Preview für Juni 2012 gibt es einen Ausblick auf GUNMETAL MAGIC; im Mittelpunkt soll Andrea Nash stehen, die mit Kate Daniels in dem Ermittlungsbüro Cutting Edge zusammenarbeitet. Schade, daß man darauf noch so lange waren muß.