Ladakh oder auch "Kleines Tibet", im westlichen Teil des Himalaya gelegen, ist eine karge Hochgebirgswüste. Trotz der geringen Ressourcen hat sich hier eine blühende, reiche Kultur entwickeln können, in der für die selbstbewussten und zufriedenen Bewohner ‚Hunger' stets ein Fremdwort war.
Als Helena Norberg-Hodge in den 70er Jahren als eine der ersten Besucher aus der westlichen Welt hierher kam, lernte sie Ladakh in seiner Ursprünglichkeit kennen. Nach kurzer Zeit beherrschte die schwedische Linguistin die Sprache der Ladakhis und studierte die Veränderungen, welche in den folgenden Jahren über Ladakh hereinbrachen.
Ausgehend von einer lebendigen Beschreibung der traditionellen Gesellschaft zeigt sie die Umwälzungen auf, die mit der „Entwicklung" und „Modernisierung" einsetzten. Anstatt eines distanzierten Blickes durch die Brille der westlichen Erfahrungswelt erhält der Leser den unmittelbaren Einblick in die sich verändernde Kultur der Ladakhis. Und wenn Helena Norberg-Hodge den Übergang von Stolz auf die eigene Kultur zu Orientierungslosigkeit, die Erosion stabiler ökonomischer und sozialer Systeme und die zunehmenden ökologischen Probleme beschreibt, so sind dies Erfahrungen aus erster Hand.
Davon ausgehend weitet sich der Blickwinkel auf unser westliches Gesellschaftssystem mit der sich globalisierenden Welt. "Learning from Ladakh" heißt der Untertitel der englischen Ausgabe des Buches - von Ladakh lässt sich tatsächlich eine Menge lernen. Und so handelt es sich nicht nur um ein Buch über Ladakh, sondern um ein Buch über unsere ganze Welt und unsere Zukunft.
Nicht nur, wer über „Entwicklung", „Nachhaltigkeit" und „Globalisierung" diskutieren will, sollte dieses Buch unbedingt gelesen haben.