Der Film schildert auf humorvolle Weise ein Doppelleben, das einen ernsten Hintergrund hat: Alltagsrassismus gegen Araber in Frankreich.
Der Mittvierziger Mourad Ben Saoud, Sohn algerischer Einwanderer, musste schon in jungen Jahren die Erfahrung machen, dass ein Araber in Frankreich mitunter große Probleme hat, überhaupt eine Wohnung zu bekommen. Eine erfundene italienische Identität verhilft ihm zu sozialem Aufstieg; Mourad wird zu Dino Fabrizzi, einem Klischee-Italiener, der eine leitende Position bei einem Autohaus hat.
Selbst Mourads französische Freundin weiß nichts von seiner arabischen Herkunft. Fragt Helene ihn nach seiner Familie, erzählt Dino ihr von Mama und Papa, die in Rom leben. Seine echten Eltern wiederum, die in Marseille leben, lässt Mourad/Dino glauben, er lebe in Rom. Als sein Vater wegen eines Herzinfarkts den diesjährigen Ramadan nicht einhalten kann, bittet er Mourad, als ältester Sohn den Fastenmonat an seiner Stelle penibel durchzuführen. "Dino", der schon lange kein praktizierender Muslim mehr ist, kommt in arge Bedrängnis, vertragen sich das stressige Fasten und die für unverheiratete Muslime obligatorische Keuschheit während des Ramadans doch kein bisschen mit seinem Vollzeit-Job und seiner Beziehung. Am Ende fliegt sein Doppelleben auf, und er ist in Gefahr, alles zu verlieren: Arbeit, Freundin und das Vertrauen seiner Familie...
Eine Geschichte, die die Situation vieler arabischstämmiger Einwanderer in Frankreich widerspiegelt, die mit Ablehnung aufgrund ihrer Abstammung zu kämpfen haben, und zugleich treffend die Problematik beschreibt, die jedem Doppelleben eigen ist: Irgendwann ist man so tief darin verstrickt, dass es kein Zurück mehr gibt.
Die Rollen sind brillant besetzt, der Regisseur hat ein ausgeprägtes Gespür für Situationskomik. Kad Merad spielt die Rolle des Dino/Mourad überaus glaubwürdig. Dass die Hauptfigur zu ihren arabischen Wurzeln zurückfindet, lässt den Zuschauer erkennen, dass er diese braucht, um nicht seine Identität zu verlieren. Es bleibt Traurigkeit darüber, dass die Vorurteile einer Gesellschaft manch gut integrierten Migranten zur teilweisen Selbstverleugnung zwingen, wenn er seinen Wunsch nach sozialem Aufstieg verwirklichen möchte.