Jason Segel ist ja meiner Meinung nach ein wirklich hervorragender Schauspieler, aber mit dem Drehbuch-Schreiben scheint es noch zu hapern... Ganz ehrlich, das war nix. Meine Rezension hier richtet sich jetzt eher an Leute, die wie ich den Film schon gesehen haben und auch wissen möchten, was andere so darüber denken.
Angefangen hat es ja ganz prima, wenn ich es auch unlogisch finde, dass die beiden nach Michigan gezogen sind - schließlich hatte er einen super Job mit nahendem Karrieresprung. Sie hatte doch nach dem Studium und sowieso ohne Job nichts zu verlieren. Ja gut, außer einer Chance, aber das wird ja wohl nicht das einzige sein, was ihr in ganz Amerika angeboten wurde. Wenn ja, hätt ich umschulen vorgeschlagen.
Nochwas war seltsam was ihren Job betrifft: Dieses sch... Donut-Experiment. Also sollte sie in den 5 Jahren Michigan auch noch etwas anderes gemacht haben als Leuten beim Donut-Futtern zuzusehen, erfährt man es nicht. Acht Jahre Psychologiestudium und fünf Jahre Arbeit für Donuts, klasse...
Von der Story her fand ich es richtig beklemmend, wie Tom sich verändert haben soll. Gut, der Running Gag mit den Strickpullis und seinen neuen Kumpels war ganz witzig, aber was sollte bitte die Szene mit dem Armbrustpfeil (sorry, -bolzen) in ihrem Bein?? Dass Tom so überzeichnet wurde in seinem Absturz muss man wohl so stehenlassen, soll ja ne Komödie sein, aber ganz ehrlich - der Typ mit Backenbart, der aus fellüberzogenen Humpen trinkt und spricht als wäre er auf nem Schlafmitteltrip... da hätte doch die Frau Psychologin mal selbst draufkommen können, dass ihr Verlobter Hilfe braucht. Stattdessen drängt sie ihn auf eine baldige Hochzeit? Und stellt seine Veränderung nur anhand von - na klar - Donuts fest? Selbst für ne Komödie null glaubwürdig.
Die Verlobte Vi verlor auch nach und nach gewaltig an Sympathie, ihrem Egotrip konnte man kaum zuschauen. Dann der Kuss mit dem Teakwando-erprobten Professor Windon, der war zwar nicht ok, aber was sollte dann Wochen später dieser Anfall von Tom? Das war eine der unsäglichsten Szenen, bei mir hat sich ab dem Zeitpunkt Fremdschämen eingestellt - Diese Kleine aus der Imbissbude steht passenderweise genau da paarungswillig bereit, wenn er nen Racheakt brauchen könnte; dann ziehen sie sich aus, beschmieren sich mit Essen, sie klatscht ihm ein rohes Schnitzel (!) ins Gesicht und er haut ab. Sagt mir, wenn ich was verpasst habe, aber sonst ist doch da nix gelaufen, oder? Und dann rennt er reuerfüllt in den Wald und friert sich was ab? Oh, bitte...
Die Trennung war auch für den Zuschauer eine Erlösung - dachte ich, bis er mit Audrey zusammenkam, die war ja noch schlimmer als die erste. Und genauso überzeichnet wie Vi's Neulover Windon (der bis zu dem Zeitpunkt noch ein paar Sympathiepunkte hatte). Übrigens wurde beim Schlussmachen auch wieder über Donuts gesprochen.
Der Schluss war ganz schlimm - erneutes, riesiges Fremdschämen bei dem Beziehungsgespräch mit Vi's Schwester in den Stimmen von Elmo und Krümelmonster. Wäre das Ende da nicht schon greifbar nah gewesen, ich hätte ausgeschaltet. War das peinlich!
Aber es ging noch schlimmer - der Antrag von ihr! Na klar, sie hat halb Michigan eingeflogen und alle Verwandten eingeladen zur Spontanhochzeit und Trottel Tom sagt natürlich "ja". Aber dann musste sie ganz schnell zum Flughafen, denn sie muss ja wieder zurück und weiter an Donut-Experimenten arbeiten. Und er? Er sagt, es wäre ja egal wo er arbeitet, schließlich fährt er ja nen Imbiss-Truck. Und dann? Alles wieder von vorn? Viel Spaß erneut in Michigan! An seiner Stelle würde ich ne Bäckerei aufmachen, das psychologische Institut wird der beste Abnehmer...
Der Gag mit dem Song von seinem besten Freund (Vi's Schwager) wurde auch übelst ausgereizt, viel zu lange gezeigt. Obwohl der Kerl, Andy glaube ich, sonst ganz witzig war, das hat genervt. Überhaupt hatte der Humor in dem ganzen Film so gar nichts Leichtes, Fröhliches, da war immer entweder eine beschämende oder beklemmende oder nervige Note dabei. Und der Film ist laaaaang... Das Ableben der Großeltern in schöner Reihenfolge und die Krankheitsgeständnisse von Toms Eltern waren auch nicht lustig. Ich muss aber dazusagen, dass ich nicht empfindlich bin in Sachen Humor, hab auch bei "Ronal, der Barbar" gelacht, und da geht's zotig zu, auch schwarzer Humor ist normal echt was für mich.
Auf diese "Komödie" hatte ich mich eigentlich gefreut, hatte was Turbulentes, Witziges erwartet und daher auch meinen Mann vom Mitgucken überzeugt - was zur Folge hatte, dass er jetzt dreimal Sportschau-Gucken mit mir gut hat ;-) Und das zurecht. Ist bestimmt unterhaltsamer, und das heißt was, bei mir als Sportmuffel! Ich lege sogar noch ne Sandalen-Doku auf Phönix drauf... Wir haben zuhause ein Regalfach, in das die DVDs kommen, die wir garantiert nicht mehr gucken oder doppelt haben, die verschenken wir dann immer, wenn sie jemand haben möchte. Dieser Film aber kommt in den gelben Sack, sorry, das kann man einem Freund nicht antun.