Der Handlung spielt nach dem Tag, an dem sich alles änderte. Der Tag, an dem die Normalität starb. Und dennoch gibt es Menschen, die eben genau diese Normalität weiterzuleben versuchen und dabei das Chaos um sich her verdrängen wollen. Doch es kann ihnen nicht gelingen, denn in eben jenem Chaos, verursacht durch die Toten, die die Lebenden fressen, ist die Angst allgegenwärtig.
Und doch scheint es immer noch Hoffnung zu geben. Ralph Haselberger entwickelt mit seiner Story einen Spannungsbogen, der wie eine große Welle immer auf- und absteigt. Szenen werden manchmal unerträglich, doch genau dann, wenn man meint, die Grausamkeit nicht mehr aushalten zu können, dann streut er wieder einen Funken Hoffnung ein. Suggeriert er diese nur oder spielt er bewusst mit den Gefühlen der Leser?
Ich werde es an dieser Stelle nicht verraten, doch eines ist gewiss, die Vorstellung, dass eben genau das passieren könnte, eben weil die Wissenschaft sich beinah täglich neu erfindet, diese Tatsache hatte die nachhaltigste Wirkung auf mich als Leser. Und deshalb kann ich diesen Roman nicht einfach nur als Horrorroman bezeichnen, nein, er enthält auch viele Anregungen zum Nachdenken.
So nachhaltig wie "Fast tot" hat noch kein anderer Horrorroman auf mich gewirkt und aus diesem Grund kann ich ihn einfach nur weiterempfehlen.