Der fast achtzehnjährige Francis Dean lebt mit seiner Mutter Katherine, nach deren Scheidung von seinem Stiefvater Ryan Wilco, in einem Trailerpark in Claymont an der Ostküste der USA. Seinen leiblichen Vater, mit dem seine Mutter eine kurze Affäre hatte, kennt er nicht, da Katherine ihm den Namen nicht nennen will. Seit der Scheidung ist Francis Mutter zunehmend depressiv und musste auch jetzt wieder mit Hilfe des psychiatrischen Notdienstes in die Klinik eingeliefert werden. Für ihre Situation macht Francis Ryan verantwortlich, der gemeinsam mit Francis' Halbbruder Nicky, ein Kind aus der Ehe von Ryan und Katherine, nach der Scheidung nach New York gezogen ist und Francis mit seiner Mutter in dem trostlosen Leben im Trailerpark zurückgelassen hat.
Mal wieder auf sich allein gestellt, verbringt Franics die Zeit mit Groover,einem Nerd und fast gleichaltrigen Nachbarn aus besseren Tagen, der inzwischen sein bester Freund geworden ist.
Bei seinen Klinikbesuchen lernt Francis Anne-May kennen, eine junge flippige Frau, die ihn fasziniert und deren Nähe er sucht.
Nachdem Francis aufgrund außergewöhnlicher Umstände Hinweise auf seinen leiblichen Vater erhält, beschließt er diesen vagen Indizien auf den Grund zu gehen und ihn zu suchen.
Gemeinsam mit Groover verhilft Francis der jungen Anne-May zur Flucht aus der Klinik und die drei erleben eine aufregende Zeit auf ihrem Weg nach Los Angeles.
Die Reise ist geprägt von jugendlichen Hoffnungen, Emotionen und Erwartungen eingebettet in dem Gefühl von Freiheit und Zukunft.
Dem Autor Benedict Wells ist es mit diesem Roman gelungen, drei verschiedene Charaktere aufeinander treffen zu lassen und diese in ihren gegenseitigen Beziehungen logisch und nachvollziehbar miteinander agieren zu lassen, ohne diese zu überzeichnen. Die kurzzeitige Verstrickung dieser drei Individuen beschreibt der Autor in einer rasanten Erzählweise, die dennoch nicht auf eine Entschleunigung an den richtigen Stellen verzichtet, um hier pointierte Momentaufnahmen zu machen. Behutsam lässt der Autor den Leser teilhaben an der Entwicklung dieser drei so unterschiedlichen jungen Menschen und stellt die verschiedenen Aspekte der nach wie vor aktuellen >>Achtung! Spoileranfang:>> Diskussion um die Gentechnik<< Spoilerende<< vor ohne hier parteilich zu werden.
Fazit: Das Buch empfehle ich sowohl als Jugendbuch als auch einer junggebliebenen Leserschaft. Rasant und ungeduldig -wie das altersbedingte Temperament der Protagonisten- aber auch alles in Frage stellend, innehaltend und zielsuchend agieren die Romanfiguren und damit einhergehend die situativen Stimmungen. Wer von
Tschick begeistert ist, dem wird auch 'Fast genial' gefallen.