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Fast ganz die Deine
 
 
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Fast ganz die Deine [Taschenbuch]

Marcelle Sauvageot , Claudia Kalscheuer
4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 112 Seiten
  • Verlag: Deutscher Taschenbuch Verlag (1. November 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3423135107
  • ISBN-13: 978-3423135108
  • Originaltitel: Laissez-moi
  • Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 11,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (8 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 342.712 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Marcelle Sauvageot
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Diese Ausgabe von Marcelle Sauvageots Buch Fast ganz die Deine ist ein Dialog. Vielleicht wäre es besser, von Korrespondenz zu sprechen. Immerhin ist jener erste -- größere -- Teil, der aus er Feder der französischen Autorin stammt, ein Brief: ein Brief an den geliebten Verlobten, der sie nach einem Aufenthalt in einem Lungensanatorium verlassen hat, um einer anderen das Ja-Wort zu geben, der sich feige er Notiz verabschiedet hat, aus ihrem Leben gestohlen mit zwei unerhörten, unverschämten Sätzen: „Ich heirate. Unsere Freundschaft bleibt“. Hass und Schmerz kommen in Sauvageots Brief zum Ausdruck, Trauer über die verlorene Liebe, aber auch Wut über die Abfuhr. Es ist das Zeugnis einer verletzten, aber auch selbstbewussten Seele, in einer wundervollen Sprache, geschrieben in kleinen Happen, zwischen dem 7. November und dem 24. Dezember 1930, vier Jahre vor ihrem Tod. Der Brief wurde nie abgeschickt, folglich fehlt die Antwort. Nur dem Kritiker Charles Du Bos ist es zu verdanken, dass dieser Klassiker der französischen Briefliteratur nicht verloren ging.

Jetzt hat die deutsche Schriftstellerin Ulrike Draesner den Monolog einer Verstoßenen zum Anlass genommen, um in einem Nachwort zu Fast ganz die Deine ein paar Antworten zu geben: Leise, bedächtig, zurückhaltend, in ebenfalls wundervoll gesetzter Prosa. Beides zusammen -- jener Brief der Sauvageot, den Paul Valéry als eine Art harmonischen Widerspruch begriff, und Draesners Replik -- ergibt diese Korrespondenz, die diese Ausgabe von Fast ganz die Deine so großartig macht. Eine gelungene Mixtur zu einem großartigen Stück Literatur. --Isa Gerck -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .

Kurzbeschreibung

Eine junge Frau reist 1930 wegen eines Lungenleidens in ein Sanatorium. Dort findet sie einen Brief ihres Verlobten vor, und darin steht: »Ich heirate ...Unsere Freundschaft bleibt.« Eine Phrase, millionenfach gebraucht. Wohin mit dem Schmerz, des einzigen Glückes beraubt, das einem Halt spendete? Marcelle Sauvageot sucht Erlösung in einem Brief, den sie jedoch nie abschickt. Darin empören sich Liebe und Stolz gegen das Verhalten eines standesbewußten Mannes und gegen die gesellschaftlichen Konventionen. Erinnerungen an glückliche Momente und hoffnungsfrohe Träume einer gemeinsamen Zukunft vermischen sich mit der Verzweiflung über ihre tödliche Krankheit. Selbstbewußt und rückhaltlos offen schreibt sie sich ihr Leid von der Seele, doch geraten die Aufzeichnungen nie zu einer Abrechnung oder Schuldzuweisung, vielmehr dringen sie ins Innerste der Liebe vor. Es ist das Zeugnis einer verletzten, aber selbstbewußten starken Frau und letztlich die Geschichte einer Befreiung, die von einer ergreifenden Lust am Leben zeugt.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von kpoac TOP 500 REZENSENT
Format:Taschenbuch
"Ich habe heute viele Briefe bekommen, deinen lese ich als letzten. Ich hoffe, er enthält das, worauf ich warte." Lungenkrank im Sanatorium und noch verliebt in einen Mann, dessen Verhalten sie ängstigt, mit Furcht um das Ende ihrer Liebe. Und dieser Brief, den sie als letztes liest, beginnt: "Ich heirate, ... unsere Freundschaft bleibt." Das Buch beginnt hier, als einzigartiger Brief an ihren Geliebten, nicht anklagend, feststellend und klar versucht sie ihre Position zu finden und zu definieren. So erkennt sie, dass der Wunsch, "nicht enttäuschen wollen", nur einer Unehrlichkeit entspringt, "du willst mir nicht zeigen wer du bist!". Ihre persönliche Diskussion um das Für und Wider dieser Beziehung ist geprägt von deutlicher Sachlichkeit, gepaart nicht widersprüchlich mit hindurchströmender Liebe und den sich daraus ergebenden Wünschen. Aber es bleibt: "soll ich an dir oder an der Liebe zweifeln?" Und den Verdacht, den sie ihm zuspricht, er fühle sich nur mittelmäßig, verdrängt sie. Ihr war immer am liebsten was von ihm kam.

Dieser Brief ist der Versuch eines Verstehen wollens einer nicht umkehrbaren Situation. Er ist der deutliche Vergleich zwischen Liebe und Freundschaft und er ist die Entlarvung männlicher Sichtweisen bei Freundschaft durch die Sachlogik dieser Frau.

"Der Rest Hoffnung, eine bereits vergangene Illusion wieder zu finden, ist töricht. Denn nichts beginnt von vorn." Und so bleibt sie bei der Trennung für sich, dem nicht wieder sehen wollen, solange ein Rest Liebe sie bewegt. Hier sieht man das Paradoxe, dass sie umgibt. Klarheit reicht für den Augenblick und wechselt. Der Taumel in den Gefühlen bewegt den Leser gleich mit.

Es ist schade, dass dieses das einzige Buch von Sauvageot ist. Sie starb an ihrer Krankheit in dem Wissen, das ein nicht abgeschickter Brief den Adressaten erreicht.
Posthum und damit unumstößlich sind ihre Gedanken an den Geliebten, - für immer ohne Antwort blieben seine / bleiben des Lesers mögliche Fragen.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Pandora
Format:Gebundene Ausgabe
Briefromane haben in den letzten Jahren einen großen Aufschwung erhalten, nicht zuletzt durch Neuauflagen von "Die Leiden des jungen Werther" (Goethe) oder "Der Brief an den Vater" (Kafka). Auch immer mehr moderne Zeitgenossen setzen sich in Briefen und kritischen Schriften mit dem Leben, Liebe, Freundschaft und dem allgemeinen Sinn des Seins auseinander. Aber kein Anderer wie Marcelle Sauvageot hat ein so lebendiges und authentisches Zeugnis über ihre gefallene Liebe abgegeben.

Marcelle Sauvageot wurde 1900 in Frankreich geboren und litt den Großteil ihres Lebens an Tuberkulose. Als sie 1930 von Paris nach Hauteville ins Sanatorium zurückkehrt, erhält sie einen Brief ihres (ehemaligen) Geliebten, indem lapidar steht: "Ich heirate... Unsere Freundschaft bleibt."
Dieser "Roman" enthält ihre Antwortbriefe auf sein Angebot und sie analysiert genau, dass er sie z.B. für die Trennung verantwortlich macht aufgrund ihres starken Egoismus.
Die Autorin ist ihrer Zeit weit voraus, setzt sich intensiv mit dem eigenen Leben auseinander und erschafft ein literarisches Werk, was von Schriftstellern und auch Kritikern hochgelobt wird.
"Das erste von einer Frau geschriebene Buch, aus dem nicht Unterwerfung spricht... Ein Buch voll erhabener Traurigkeit; ein Buch voller Würde! Großartig!", schreibt die Lyrikerin Clara Malraux.

Auf dieses Buch gekommen bin ich durch Elke Heidenreichs Büchersendung "Lesen!", die im April das Thema "Trennung" spezifizierte. Sie selbst ist begeisterte Leserin dieses Buches gewesen und empfiehlt es allen, die Liebeskummer haben. Für alle, die es lesen, meint sie wird deutlich, dass sie schreibt, um Leben zu können und um Abschied zu nehmen: »Sie jammert nicht, sie klagt nicht an. Sie schreibt den Brief, um weiter leben zu können. «, erklärt die Moderatorin.
Für mich bleibt dieses Werk eine wunderbare Erfahrung. In einer Zeit, wo Treue kaum noch zählt und wo Frauen kaum noch als liebevolle Wesen wahrgenommen werden, weil sie sich selbst als zu emanzipiert und zu offen geben, ist dieser Roman doch sehr anschaulich und warmherzig. Die Autorin schreibt mit soviel Wortgewalt und schafft es so ihren Gefühlen gebührend Ausdruck zu verleihen.

Leider blieb dies ein Einzelwerk, aufgrund des Todes von Marcelle Sauvageot im Jahre 1934, vollkommen geschwächt durch die Tuberkulose. Charles du Bos sorgte dafür, dass dieses Manuskript nicht verbrannt sondern veröffentlicht wurde.
Als Fazit bleibt: Eine Leseempfehlung für jeden, der sich mit persönlichen Briefen und den Gedanken einer starken, jungen Frau auseinander setzen will.

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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Schreiben als Therapie! 6. März 2005
Von Helga König #1 HALL OF FAME REZENSENT TOP 10 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Die Autorin des vorliegenden, nie abgesandten Briefes wurde nur 34 Jahre alt. Marcelle Sauvageot verstarb 1934 in Davos an einem Lungenleiden. Während ihres Aufenthaltes in einem Sanatorium in Hautville schreibt sie Ihrem Geliebten. Dieser hat sich überraschend für eine andere Frau entschieden, die er heiraten möchte. Das hat er Marcelle brieflich mitgeteilt. Seine Entscheidung begründet er, wie man dem Kontext ihres Briefes entnehmen kann, mit seinen Bedenken gegenüber Marcelles Stärken: ihrer Unabhängikeit, ihren eigenwilligen Gedanken. Diese Attribute, die ihn einst an ihr faszinierten, bewertet er nun negativ. Die kranke Frau hat Grund sich verletzt zu fühlen und traurig zu sein. Sie reflektiert die Liebe zu diesem Mann und stellt ihn mit seinen positiven und negativen Seiten dar. Feinfühlig und intelligent sucht sie noch einmal, im Angesicht ihrer tödlichen Krankheit, gedanklich seine Nähe. Gleichwohl verliert sie an keiner Stelle ihrer eindringlichen Zeilen ihren Stolz gegenüber dem Abtrünnigen. Nachdem sie sich den Kummer von der Seele geschrieben hat, entscheidet sie sich dafür wieder fröhlich zu sein, Champagner zu trinken und sich einem neuen Augenblick zuzuwenden. So als ob ihr Leben ewig dauern würde....
Im Anschluss an den gefühlvollen, gleichwohl geistig tiefsinnigen Text hat man Gelegenheit sich mit diesbezüglichen Anmerkungen des französischen Kritikers Charles Du Bos und der Schriftstellerin Ulrike Draesner auseinander zusetzen.
Empfehlenswert!
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