Allein diese Fülle an Geschichten aus der Geschichte der Menschheit macht dieses Buch zu einem Erlebnis. Immer wieder neue Bilder, immer wieder Erinnerungen an schon mal Gehörtes, Gelesenes. Geschichten, die uns mit der Sprachgewalt Galeanos zu einem Spiegel über das immer wieder sich Wiederholende, die Unterdrückung der Vielen durch die Wenigen werden. In alle Epochen, in alle Regionen dieser Erde führt uns Galeano hinein mit seinen Geschichten. Das Ergebnis erscheint überall und zu allen Zeiten gleich. Die Menschheit ist zweigeteilt und die da oben, die wenigen, bestimmen das Los der Massen, mit Lügen, mit Betrug, mit Gewalt, mit Zuckerbrot und Peitsche. Aber Galeano wäre nicht Galeano, würde er mit seinen Geschichten nicht nur schildern, beschreiben, sondern den aufmerksamen Leser nicht auch zu Schlüssen und Urteilen führen und damit in den vielfältigen Geschichten den Unterdrückten, den Stillen, den Schwachen nicht nur eine Stimme zu geben, sondern sie darüber hinaus zu moralischen Siegern zu machen.
Ob es ihnen hilft? Die Antwort auf diese freilich überläßt Galeano seinen Lesern. Ein Teil von ihnen, der ehrlichere, der kleinere, muß an dieser ewigen Schurkerei verzweifeln und kann nur einen Ausweg im Zurückschlagen sehen. Ein anderer Teil wird nachdenken und dann zurückkehren zum 'Business as usual'. Und am dritten Teil wird all das gelesene Unrecht abprallen angesichts der eigenen Selbstgerechtigkeit.