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Fast eine Liebe: Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers
 
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Fast eine Liebe: Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers [Gebundene Ausgabe]

Alexandra Lavizzari
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 145 Seiten
  • Verlag: edition ebersbach; Auflage: 1 (15. März 2008)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3938740558
  • ISBN-13: 978-3938740552
  • Größe und/oder Gewicht: 21 x 13,4 x 2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 547.013 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Alexandra Lavizzari
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Produktbeschreibungen

Frankfurter Rundschau, 23.5.2006, Barbara von Becker

"Fast eine Liebe" hat Alexandra Lavizzari diese zwei Jahre genannt, die bis zum frühen Unfalltod Annemarie Schwarzenbachs noch blieben: eine Zeit des sich Verfehlens, der neuen Annäherungen, kein wirkliches Glück oder gar Erfüllung: "Nicht einmal zu einer jener skandalösen Liaisons, wie sie die androgyne Schweizerin im Laufe ihres Lebens mehrfach gepflegt hatte, kam es zwischen den beiden", resümiert die Autorin. Aber die räumliche Distanz warf sie auf das zurück, was beide vermutlich am besten im Leben konnten: das Schreiben. Auf dem Papier ließ es sich leichter ein ideales Miteinander entwerfen, das die harte Prüfung eines realen Alltags nie zu bestehen hatte. "Und in traurigen und einsamen Stunden stelle ich mir vor, wie Du und ich einander verstehen würden. Du bist die einzige Schriftstellerin, die über die schwierige Aufgabe und den Prozess unseres Berufs in gleicher Weise denkt, als wären wir Brüder, - und das sind wir." So schrieb Annemarie Schwarzenbach an Carson aus dem Belgisch-Kongo, wo sie als Berichterstatterin fast ein Jahr verbrachte.

Beide beschwören immer wieder ihre spirituelle Nähe, die Seelenverwandschaft in ihren künstlerischen Auffassungen.

Sie bestärken und ermutigen einander, nicht von diesen Zielen abzulassen, und selbst die einst so überschäumende Carson findet zu abgeklärten Tönen, wenn sie schreibt: "Es ist wahr, dass ich einst mehr von Dir verlangt habe, als Du geben konntest. Aber all das ist vorüber, Gott sei Dank. Behalte nur in Erinnerung, dass ich Dich liebe".

Es sind oft gerade die unmöglichen Liebesgeschichten, die in ihrer Aura der Vergeblichkeit und des Aussichtslosen als Kostbarkeiten unsere Phantasie und die Emotionen beflügeln. Steckt doch das Unausgelebte voller Optionen - noch ist nichts vertan! Es ist kein Einzelfall unter Schriftstellern, dass ihnen die Liebe auf dem Papier besser gelingt als in der Realität, man denke nur an Virginia Woolf und Vita Sackville-West, oder auch Vita und ihren Ehemann Harold Nicolson.

Wäre sie nicht so jäh und schnell durch den Tod unterbrochen worden, hätte die Briefromanze zwischen Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers in dem dort angeschlagenen Ton sicherlich noch zu einem beeindruckenden Dokument von Künsterlerinnenfreundschaft und literarischer Sublimierung disparater Liebesverwirrungen werden können. So bleibt alles doch sehr fragmentarisch, eine kurze Episode, unfertig und bruchstückhaft, und es ist der Autorin Alexandra Lavizzari anzurechnen, dass sie diese ambivalente, unbestimmt zwischen freundschaftlichen Gefühlen und geistigerotischer Anziehungskraft oszillierende Beziehung auch nicht nachträglich verklärend stilisiert.

Kurzbeschreibung

Die junge amerikanische Schriftstellerin Carson McCullers lernt die neun Jahre ältere Schweizer Reiseschriftstellerin Annemarie Schwarzenbach im Juni 1940 in einem New Yorker Hotel kennen. Für die vor Optimismus überbordende Carson, die am Anfang einer fulminanten Karriere steht, ist es Liebe auf den ersten Blick. Sie hatte ein Gesicht, erinnerte sich Carson später an die Freundin, von dem ich wusste, dass es mich bis ans Ende meiner Tage nicht mehr loslassen würde. Annemarie Schwarzenbach, seit Jahrzehnten auf der Suche nach innerer Ruhe rastlos in der Welt herumreisend, vom Drogen- und Alkoholmissbrauch gesundheitlich angeschlagen und von der unerwiderten Liebe zu Erika Mann zermürbt, bringt die Kraft für eine amour fou nicht mehr auf. Was sich gefühlsmäßig zwischen den beiden Frauen abspielt, pendelt zwischen Hoffnungen, die sich immer wieder zerschlagen, und verpassten Chancen, zwischen euphorischer Faszination und vorsichtigem Rückzug. Die Beziehung zwischen der 23jährigen Carson und der 32jährigen Annemarie, die zwei Jahre später mit dem tragischen Tod der Schweizerin in ihrer Heimat ein Ende nimmt, findet gerade in ihrer Unerfülltheit einen besonderen, mitunter kreativen Reiz.

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Kundenrezensionen

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
28 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Faszinierendes Portrait 4. April 2008
Von Fabulus
Format:Gebundene Ausgabe
Ein wunderbares Buch. Alexandra Lavizzari dringt tief ein in das verworrene Beziehungsmuster dieser beiden großartigen Frauen und Schriftstellerinnen. Annemarie Schwarzenbach und Carson McCullers waren ein Liebespaar, wie ich es noch nie zuvor gehört oder gelesen habe. Am Rande ihrer Kräfte und doch stets füreinander da, bewegten sich diese beiden Frauen auf einem aus emotionaler Sicht dünnen Eis. Erika Mann kommt hier die Rolle als Schlüsselfigur zu: Annemarie kann sich aus ihrer selbstzerstörerischen Liebe - ist es eher Abhängigkeit? - zu ihr nicht lösen und schafft es nicht, sich der völlig für sie aufopfernden Carson hinzugeben. Die Rolle der Mann-Geschwister hat ein für mich völlig neues Bild der beiden hervorgerufen, schon diese Episoden sind alleine lesenswert. Obwohl es nur um einen relativ kurzen Zeitraum geht, entfaltet sich beider Leben wie nebenbei vor den Augen des Lesers.
Ich war tief berührt von dieser großartigen Geschichte, die Alexandra Lavizzari weniger wie eine Biografie daher kommen lässt, sondern viel mehr als biografische Erzählung mit starken romanesken Zügen. Ein Buch, das ganz tief in die Abgründe der beiden schaut und doch behutsam eine Liebe entschlüsselt, die sich vor allem in künstlerischer Hinsicht für beide als fruchtbar und auch heilsam dargestellt hat.

Die Bilder im Buch sind großartig und das elegante Buch - ein echter bibliophiler Hingucker - ist ein wahrer Genuss!
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Aneinander vorbeigeliebt! 7. August 2008
Format:Gebundene Ausgabe
Als Annemarie Schwarzenbach 1940 in einer New Yorker Hotelsuite das "Fräuleinwunder" der amerikanischen Literatur, die 23-jährige Carson McCullers kennenlernte, war die 32-jährige Schweizerin schon am Ende.

Zermürbt von einer intensiven Suche nach ihrer Lebensaufgabe, von der unerfüllten, umkämpften Liebe zu Erika Mann und den ständigen politischen Auseinandersetzungen mit ihrem großbürgerlich-reaktionären Elternhaus.
Getrieben wie ein verfolgtes Tier hatte sie die letzten Jahre vornehmlich auf abenteuerlichen Reisen durch Asien verbracht, doch immer die Sehnsucht nach Ankommen verspürt, die sich dennoch nicht erfüllt.
In New York will sie journalistisch arbeiten und trotz ihrer Beziehung zu Margot von Opel vor allem Erika und Klaus Mann nahe sein.

Carson McCullers hat gerade ihren ersten Roman "Das Herz ist ein einsamer Jäger" veröffentlicht. Sie ist der "Shooting Star" des verwöhnten New Yorker Literaturpublikums und lernt die Meinungsmacher der Szene kennen, eben auch die Geschwister Mann, die sie mit Annemarie Schwarzenbach bekannt machen. Die junge Schriftstellerin aus der Provinz sehnt sich nach intellektuellem Austausch und verliebt sich unsterblich in die von Drogen und psychischen Abstürzen bedrohte Annemarie.
Ihr Werben jedoch läuft ins Leere.

Erst nach einem traumatischen Klinikaufenthalt und der Heimkehr in die Schweiz wird Annemarie klar, wie wichtig Carson auch für sie ist.
Auf ihrer letzten großen Reise in den Kongo löst sie sich endlich aus der Verstrickung zu den Geschwistern Mann und schreibt Carson liebevolle Briefe. Jedoch kommt es nicht mehr zu einem Wiedersehen: Zurück in der Schweiz scheint Annemarie erstmals wieder im Reinen mit sich zu sein. Sie hat den Drogen endgültig abgeschworen und besinnt sich vor allem aufs Schreiben. Da kommt es zu einem tragischen Fahrradunfall, an dessen Folgen Annemarie Ende 1942 schließlich stirbt...

Carson McCullers fragile Gesundheit, ihre Neigung zum Alkohol und das Spannungsfeld ihrer Beziehungen zeigt viele Parallelen zum schwierigen Leben Annemaries und die beiden Frauen hätten gewiss einander viel zu geben gehabt, aber sie haben tragisch "aneinander vorbeigeliebt".

Diese schwierige "Fast-Liebe" zeichnet Alexandra Lavizarri in ihrem hochinteressanten, sehr flüssig geschriebenen Text auf.
Eine Schlüsselrolle weist sie den Geschwistern Mann zu, die Annemarie gerade in ihrer New Yorker-Zeit emotional verhungern ließen.
Dieser Blick auf diese spannungsreiche, viel beachtete Freundschaft ist offen und unverstellt.

Ein Kapitel im Leben zweier großer Schriftstellerinnen wird mit diesem Buch erstmals ausführlich beleuchtet.
Hochinteressant und ausgesprochen lesenswert!
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Hatte mir mehr erwartet 18. Oktober 2010
Von Wild Oat
Format:Gebundene Ausgabe
Ich bin ein wenig zwiegespalten. Einerseits ist das Buch gut gemacht. Es gibt Informationen und lässt uns hineinblicken in eine besondere Beziehung zwischen zwei aussergewöhnlichen Schriftstellerinnen und Frauen. Trotzdem ließ mich das Buch nach der Lektüre ein wenig unzufrieden zurück. Was fehlte mir? Oder war es gar zuviel? Ich kann es nicht sagen. Vielleicht erschien es mir stellenweise zu "aufgebläht", zu überinterpretiert? Möglich. Dennoch: das Buch beleuchtet eine interessante Freundschaft und ist deshalb schon lesenswert.
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