Ein Buch ohne jeglichen roten Faden, das einfach Zahlen, Fakten und kleine Anekdoten aneinander reiht ... Das kann ja nichts sein ... Von wegen! Es ist das reinste Lesevergnügen! Jede Doppelseite spaltet sich in drei bis vier kleine "Kapitel", die in völlig beliebiger Reihenfolge aufeinander folgen. Dies führt beim Leser aber nicht zu Verwirrung, sondern dazu, dass er sich nach jedem Kapitelchen schon fragt, welche Schatztruhe des Fußballs der Autor wohl als nächstes öffnen wird.
Am liebsten mochte ich die Geschichte von den sieben schwarzen Katzen, die Anhänger des Lokalkontrahenten auf dem Vereinsgelände des damals erfolgreiches Clubs der Welt (Racing Club de Avellaneda) vergruben, was dazu führte, dass dieser 34 Jahre von Pleiten, Pech und Pannen verfolgt wurde, bis in einer konzertierten Aktion endlich auch das siebte Skelett gefunden wurde und der Verein noch in der gleichen Saison Meister wurde.
Daneben staunt der Leser darüber, dass es in der Bundesliga keine Schnurbartträger mehr gibt (wer kann sich auch Poldi oder Schweini mit Schnäuzer vorstellen?) oder wer das furioseste Debüt in der deutschen Nationalmannschaft gab. Und er erfährt, wovon Rainer Calmund auf einer Hungerkur träumt.
Sinnlose und -volle Informationen wechseln sich ab und machen das Buch für jeden echten Fußballfan zu einem Muss! Fußballaien werden wohl über manche Anekdote schmunzeln, aber insgesamt doch das Buch eher nach einigen Seiten gelangweilt beiseite legen.
Kurz: dem Kommentar Manuel Andracks (Assistent von Harald Schmidt) auf der Titelseite "Erst verschlungen, dann auswendig gelernt und schließlich bei meinen Jungs mit unfassbarem Fußballwissen geglänzt" kann ich mich voll und ganz anschließen.