Nachdem das Original aus 2001 einen prägenden Einfluß auf meine 20er Jahre genommen hatte, schafften es die nachfolgenden Teile 2 und 3 mir die schönen Erinnerungen an The Fast and the Furious vollends zu nehmen.
Teil 4 folgt zeitlich und inhaltlich dem Original und vermochte es tatsächlich das "Feeling" des ersten Teiles wieder vermitteln und war somit DER legitime Nachfolger der Bolidenhatz aus 2001.
Nun steigt der fünfte Teil in den Ring und versammelt in den Haupt- und Nebenrollen ein "Best-of-Cast" der vergangenen Fast and Furious Reihe und schlägt inhaltlich einen neuen Weg ein: Weniger Autos, mehr Fokus auf die Darsteller - geht dieses neue Konzept auf?
Der Film/Die Story:
Fast and Furious 5 setzt an den Schluss des vierten Teil, und somit bei der Verhaftung und Verurteilung von Domimic Torretto an und revidiert dies in der Anfangssequenz binnen weniger Minuten: Es gelingt Brian O'Connor und Mia Torretto den Gefängsnistransport aufzuhalten und Dominic zu befreien so dass sich das Trio aus Teil 4 wieder vereinen und in Rio untertauchen kann.
Um den harten leben in Rios Favelas zu entfliehen steigen die drei bei einem windigen Job ein, der jedoch nicht nach Plan verläuft und die drei sich darufhin auf der Fahnungsliste des FBI und des hiesigen Drogenbarons Reyes wiederfinden.
Filmische Qualität:
Vorab sei gesagt, dass Fast and Furious Fünf sich vom Stil her weiterentwickelt hat. Mit dem Publikum sind auch die Charaktere älter geworden, so dass man sich nach und nach von der quitschbunten Japano-Auto-Szene distanziert und den Fokus mehr auf die Schauspieler legt und es nun mehr in die Richtung des klassischen Heist-Movies geht, eine sehr wohltuende Entwicklung!
Und hier bietet der Cast - für Fans der Serie - eine richtige Wiedervereinigung. Diese funktioniert sogar erstaunlich gut, obwohl sich die "Familie" über mehrere Teile versprenkelt in Szene gesetzt hat.
Nicht selten fühlt sich der Film wie eine actiongeladenere Version der Oceans Reihe an - was ausdrücklich als Lob zu verstehen ist!
Ebenso löblich ist die Entwicklung hin zu "echten" Stunts und weg von überladenen CGI Sequenzen (schrecklich: die Tunnelszenen aus dem vierten Teil). Ich weiß nicht wann ich das letzte mal einen Film gesehen habe der so hochwertige ECHTE Actionszenen bieten konnte wie FF5.
Diese sind meistens zwar weit entfernt von jedweder pysikalischer Logik, aber das stört nicht, denn der Film nicht sich in dieser Hinsicht selbst nicht ernst (ist auch wieder positiv zu verstehen) und will den Zuschauer einfach unterhalten.
Dies gelingt durch die genannten Actionsszenen, die wirklich sehr gelungene Charakterzusammensetzung und den erstaunlich guten Humor des Films. Es passt alles sehr gut zusammen und fühlt sich irgendwie "old-school" an - oder um es in den Worten von dem von Dwayne Johnson gespielten FBI-Agent Hobbs zu sagen "Old-Thestament" an.
Hier wären wir auch schon bei einem weiteren Highlight des Films. Erstmalig hat es Vin Diesel mit einem physisch ebenbürtigen Gegenpart zu tun. Und dieses Zusammenspiel harmoniert sehr gut und ist als das neuzeutliche "Stallone-Schwarzenegger" Paar anzusehen, mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden.
Fazit:
Wer den ersten und den viertel Teil der Serie mochte, der wird auch bei FF5 seine Freude haben.
Die positive Entwicklung hinsichtlich der Handlung, die sehr gute Schauspielerzusammensetzung und eben den Fokus auf eben jene Schauspieler ist zu 100% aufgegangen.
FF5 ist eine neuinterpretation des klassischen Heist-Movies, der einen hohen Spass- und Unterhaltungswert bieten.
Der Realismusgrad und die physikalischen Gesetzmäßigkeiten werden zwar oft überstrapaziert, aber dies geschieht derart offen und gewollt, dass es wiederum sympathisch wirkt und schlichtweg als "Kennzeichen" der Serie ettiketiert.
Teil 5 ist solides Popkorn Kino, gewiss kein Oscarreifes Erlebnis, welches mit herausragender Tiefe und erstklassigem Schauspiel besticht, aber den Zuschauer über die gesamte Laufzeit prima unterhält und ihn einen "alt-thestamentalisches" Konzept im neuen Gewand anbietet.
Bin selten derart zufrieden und gut unterhalten aus dem Kinosaal geschlendert wie bei diesem Film, hat Spass gemacht!