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Das Radikale an Sue und Fiona war die Ausschließlichkeit, mit der Kollek seinen (Anti-)Heldinnen folgt. Es gibt in diesen Filmen einfach keine Alternative und auch keinen Kontrapunkt zu den masochistischen Exzessen und der Hilflosigkeit ihrer Titelfiguren. In Fast Food, Fast Women öffnet sich der Blick für ein Panorama des Lebens in Downtown New York. Die von Anna Thompson verkörperte Kellnerin Bella ist nur eine unter vielen Einsamen, die alle ein bisschen Glück und Wärme suchen. Mehrere Jahre lang hatte sie eine Affäre mit einem viel älteren Broadway-Regisseur, der immer nur versprochen hat, dass er seine Frau verließe. Da Bella sich nach einer festen Beziehung und einer Familie sehnt, trifft sie sich mit dem als Taxifahrer arbeitenden Schriftsteller Bruno (Jamie Harris), den seine Frau mit zwei Kindern sitzen gelassen hat. Nur gesteht Bella ihm aus Angst nicht ihre Sehnsucht und gibt stattdessen vor, keine Kinder zu mögen.
Wie schon in den ersten Teilen der Trilogie schaffen sich die Menschen auch hier ihre Probleme zum größten Teil selbst. Sie verschwenden Gedanken darauf, was die anderen vielleicht über sie denken und von ihnen erwarten, und verlieren dabei jede Spontaneität. Die Irrungen und Wirrungen, die daraus erwachsen, sind aber vor allem komisch. Man lacht über Bellas Neurosen und die Ticks der alten Männer, die sich jeden Tag in dem Diner treffen, in dem die Kellnerin seit Jahren arbeitet. In diesem Lachen liegt nichts Bösartiges, es wirkt vielmehr befreiend. Amos Kollek hält den modernen Großstadtneurotikern wie einst Woody Allen, den er immer als sein großes Vorbild nennt, einen Spiegel vor. --Sascha Westphal
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Die Zärtlichkeit des Galgenhumors,
Von
Rezension bezieht sich auf: Fast Food, Fast Women [VHS] (Videokassette)
Bella wird 35 - ein Ereignis, das sie in stiller Trauer zu begehen gedenkt. Schließlich sieht die zerbrechliche Schöne ihr Leben davonziehen. Da ist George, ein alternder, verheirateter Broadway-Regisseur, zu dem sie seit 12 Jahren eine Liaison hat - ohne Aussicht auf Ernsthaftigkeit oder gar Erfüllung ihres sehnlichen Kinderwunsches. Da ist ihre Mutter, die ihr die Fähigkeit zu leben rundweg abspricht. Und schließlich ihr Job als Kellnerin in einem Diner, den sie wegen permanenter Überlastung fast täglich hinschmeißen will.Aber andererseits trägt Bella ihr Schicksal mit zärtlichem Galgenhumor, hat stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte ihrer Mitmenschen, ist die gute Seele des Lokals - „Keine Frau könnte Ihnen widerstehen", versichert sie dem kontaktsuchenden Rentner Paul, der von seinen alterszynischen Freunden bei jeder Herzensangelegenheit gleich der Nekrophilie bezichtigt wird. Um nach Dienstschluss die vor dem Lokal erfolglos um Kunden stotternde polnische Nutte noch auf einen Kaffee einzuladen. Dann tritt, auf Initiative ihrer Mutter, Bruno in ihr Leben. Bruno, ein erfolgloser, noch nie publizierter Schriftsteller, schlägt sich als Taxifahrer durch. Und er hat zwei Kinder zu versorgen, die ihm seine Ex-Frau hinterlassen hat - das eine von ihm, das andere von dem Yogalehrer, mit dem sie sich nach Nepal abgesetzt hat. Die beiden finden Gefallen aneinander, aber Bella gibt sich auf Anraten einer Freundin als betont coole, Kinder hassende Femme fatale. Währenddessen wirbt Paul schüchtern um die lebenslustige Emily, und sein alter Kumpel Seymour verschaut sich in die akademische Stripperin Wanda. Ein Reigen der Liebesirrungen und -wirrungen nimmt seinen Lauf, Missverständnisse und Missgeschicke verhindern immer wieder das sich anbahnende Happy-End. Zuletzt aber dürfen alle feststellen, dass Märchen wahr werden können - sogar in New York. Die dritte Zusammenarbeit des in New York lebenden israelischen Independent-Regisseurs Amos Kollek mit Anna Thomson nach „Sue" und „Fiona" ist eine heitere Liebeserklärung an das Leben und die Stadt geworden. Skurrile Charaktere, vom Leben gebeutelt, aber nicht niedergeworfen, suchen auf ihre jeweils ganz eigene Weise nach dem überlebensnotwendigen Stück vom Glück. Zärtlich blickt der Regisseur auf seine Figuren, allen voran die großartige Anna Thomson, und lässt sie ihre liebenswerten Verrücktheiten leben. Die Dialoge sind voller warmem, selbstironischem Witz - keine knallenden Lacher, zaubern sie ein Lächeln auf die Gesichter im Publikum. Die denn auch gelöst den Saal verlassen. Das Leben bahnt sich seinen optimistischen Weg, unerschütterlich und unaufhaltsam. Wunder sind möglich. Sogar in New York. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Liebeswerben in New York,
Rezension bezieht sich auf: Fast Food, Fast Women (DVD)
Bella schaut dem 35sten Geburtstag entgegen - und obwohl sie sich tief in ihrem Herzen eine feste Beziehung und Kinder wünscht, ist sie mit ihrem 'Partner' George (ein verheirateter alter Mann, der Bella seit 12 Jahren nur für's Bett ausnutzt und nicht ernsthaft daran denkt, Frau und Kinder wegen ihr zu verlassen) von diesem Ziel wohl meilenweit entfernt. Für ihr Blind Date mit Bruno, ein Neffe der Freundin ihrer Mutter, der (wie er von ihrer Mutter angepriesen wird) 'aus irgendeinem zivilisierten Land .. England oder so' kommt, befolgt Bella den Rat ihrer Freundin, 'keinesfalls gleich mit Heirat und Kindern anzufangen und am Besten noch am selben Abend mit ihm in die Kiste zu springen'. Folglich mimt Bella die Kinderhasserin. Schlecht für Bruno, der von seiner Ex-Frau mit zwei Kinder sitzengelassen wurde und gerade dabei ist, seine bisher verdeckten Qualitäten als Vater zu entwickeln - und der von der faszinierenden Bella wirklich beeindruckt ist..Doch das ist nur ein Handlungsstrang des vielschichtigen Filmes. Wir erleben beispielsweise auch mit, wie Rentner Paul durch eine Zeitungsannonce eine Frau für sich sucht - was aber gar nicht so leicht ist, wenn man nicht so ganz an sich selbst glaubt und dazu noch von zynischen Freunden umgeben ist.. Für mich hat der Film etwas vom 'Sex and the City'-Charme des leicht neurotischen New Yorker Lebens. Die diversen Handlungsstränge, welche sich am Ende doch wieder zusammen fügen, erinnern an 'Das merkwürdige Verhalten geschlechtesreifer Großstädter zur Paarungszeit'. Mit seiner unerwartenden Wendung ist sogar ein bißchen was märchenhaftes an dem Film mit seinen bezaubernden Charakteren - aber auch dieses Märchen passt sich hervorragend ins Gesamtbild ein. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Filme von Amos Kollek sind super!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Fast Food, Fast Women (DVD)
«Fast Food, Fast Women» überzeugt durch schauspiel, dialog, handlung & dramaturgie... sowie «Sue» auch schon... Amos Kollek ist einfach ein guter regiesseur, welcher alltäglichkeiten in prägnanter form rüberbringt !
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