Aus der Amazon.de-Redaktion
Er ist ein vielseitiger und gefragter Autor, Musiker, Schauspieler und Komponist. Nun hat er nach
Dressing For Pleasure und fünf langen Jahren des Wartens ein neues Album herausgebracht, das genau so ist, wie es der Titel
Fascinoma verspricht, nämlich rundum faszinierend. Vielleicht nicht gleich bei ersten kurzen Reinhören, denn die schamanistische Kunst dieses modernen Sound-Alchimisten ist spröde und so nicht leichtgängig wie seine mühelose Trompete vielleicht suggeriert. Die beste vorstellbare Lektüre zu diesem Album ist sicher Milan Kunderas
Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Denn die ätherischen Klangstrukturen sind zum Normalbetrieb eines modernen Alltags kaum noch kompatibel. Musik, die man ans Meer mitnehmen sollte oder die an einem wirklich entspannten Nachmittag das Meer zurückbringt. Mühelos löst Hassell hier ein, was tausende von kitschigen New-Age-Alben nie erreichen werden: Anti-Gravitation. Schwerelosigkeit.
--Karl Rottmann
Jazz thing (09/99)
Ein reichlich esoterisches Jazz-Rätsel gibt uns Jon Hassell auf: "Fascinoma". Flöte und Sitar fiepen wie in längst begraben geglaubten Hippie-Epen - zur kleinen und außerordentlich feinen Band gehören aber Ry Cooder und Jacky Terasson. Nach fast 10 Minuten schleicht sich der erste leise Drum-Loop ein, fast unhörbar, aber mit viel Hall, entfalten sich Klassiker, Ellington-Variationen und eigene Studien in Stille. Um die Schönheit des Sounds sei es ihm gegangen, schreibt Jon Hassell im Booklet. Wer sich die vielleicht berührendste "Poinciana"-Version überhaupt anhört, weiß, was Hassell meint. Der Weg zu solchen Klangabenteuern allerdings ist mitunter valium-reich.
© Jazz thing - Ralf Dorschel