Ich habe selten ein so gutes Buch gelesen, wie dieses „ Farm der Tiere“ von George Orwell. Der Schreibstil gleicht nicht dem wie von beispielsweise Trivialisten. Schon vorstellbar, dass fast jeder in der Lage ist zu lesen, aber das reicht nicht aus, um z.B. Kafka, Hemingway oder in diesem Fall Orwell zu lesen. Zu deutsch, es ist komplizierter und anspruchsvoller als es anfangs scheint. Damit will ich nicht sagen, dass es schwierig ist. Wer sich mit dem Stoff auseinandersetzt, der wird es für ein leichtes Empfinden, das Buch zu lesen. Fälschlicherweise wird gedacht, dass der Inhalt einfach zu erfassen ist, weil die Hauptprotagonisten fast ausschließlich Tiere sind und sich das Geschehen auf einer Farm abspielt. Bei jüngeren Lesern kann es passieren, dass der Inhalt nicht richtig aufgefasst wird, da die satirische Verdeutlichung sehr krass dargestellt ist. Es kann eventuell kein geschichtlich einwandfreier Zusammenhang erkannte werden -> was zu einer falschen Interpretation führt. Da sich das Buch auf historische Hintergründe bezieht, ist die Intension wahrheitsgetreu. Als Satire ist es sehr gut gelungen, da die Verherrlichung perfekt herüber kommt und man sich fast bildlich in diese Situationen der Tiere versetzen kann. Die neue Erschaffung des so genannten Animalismus, was dem früheren Sozialismus gleicht, macht das Buch zu einem Klassiker.
Das Schwein Napoleon verkörpert die Gestalt von Stalin und nutzt mit seinen Anhängern die Macht so gnadenlos aus, das am Ende des Buches keine Veränderung im Gegensatz zum Anfang des Buches, also nach dem Sturz des menschlischen Individuums der Farm, einst ihr Unterdrücker, zu erkennen ist. Napoleon wird zum Oberhaupt und verbündet sich letzendlich mit ihrem einstigen Unterdrücker, dem Menschen. Das erste der sieben Gebote, nämlich jenes, dass alles, was auf 2 Beinen geht, ein Feind ist, wird von Schwein Napoleon so vergeändert, dass die anderen Tiere davon kaum etwas mitbekommen. Jene, die sich gegen die Prinzipen sträuben, werden eliminiert. Wer nicht weiß, wie sich das Geschehen im Buch entwickelt, der wird mit wachsender Spannung dem Inhalt folgen. Zumal die Parallelen zur Sowjetunion fast identisch sind.
Es ist nicht trocken geschrieben, was viele geschichtliche Bücher meist an sich haben. Die sarkastischen Darstellungen machen das Buch zu einer der besten Satiren der Weltliteratur. Außerdem hält sich Orwell in seiner Ausdrucksweise kurz und knapp, ohne lästige Floskeln und „Honig um den Mund-Schmierereien“ ..
Alles in allem: Daumen hoch