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Dinosaur Jr. Vinyl
3.9 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (16 Kundenrezensionen)

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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nichts, aber auch rein gar nichts weist auf dem famosen Album Farm darauf hin, dass es zwischen Bassisten und Co-Writer Lou Barlow und Sänger, Hauptsongwriter und Gitarristen J Mascis mal richtig gekracht haben muss. Die Spannungen zwischen den beiden waren einst so gewaltig, dass es Dinosaur Jr. irgendwann 1989 zerriss. Während Mascis die Band nach dem Abgang vom Drummer Murph im Alleingang bis zur vorläufigen Auflösung führte, verarbeitete Barlow seine Demission unter anderem in dem Song „The Freed Pig“ auf seinem Album Sebadoh III. So viele gute Songs die zwei auch in gebührendem Abstand sich anschweigend voneinander schrieben, so sehr sind sie in der Summe doch größer als die einzelnen Teile. Und die verhaken sich auf Farm ineinander wie geschmiert, denn die Stärken der drei Musiker potenzieren sich. Die Platte ist ein Alternative-Rock-Monster, das die Muskeln spielen lässt und doch zärtlich klingen kann, das typisch und einzigartig wie nur Dinosaur es können, auf einer dynamischen Woge zwischen laut und leise treibt. Das sich in Distortionen verliert und die Melodien dabei nicht begräbt. Die Gniedelgitarren legen dabei Schicht auf Schicht in den Tracks, die bis zu knapp neun Minuten andauern und einen doch schon wegen der laufenden Tempoverschiebungen nie ermüden. Zumeist singt der Slacker Mascis, bei wenigen Stücken wie „Imagination Blind“ geht auch Lou Barlow ans Mikro, aber das bleibt unerheblich. Dinosaur Jr präsentieren sich auf Farm nämlich als kompaktes Trio, das trotz fortgeschrittenen Alters keine Zweifel daran lässt, dass niemand die Zauberformel ihres explosiven Mix aus Fuzz-Pop, zerschrammeltem Rock & Roll und Alternative entschlüsseln kann. - Sven Niechziol

motor.de

Herz & Schmerz & überlaute Gitarren: Alles immer noch wie eh und je im bewährten Dinosaur Jr-Soundkosmos - nur noch einen Deut besser als erwartet.
Dinosaur Jr: J. Mascis, Lou Barlow, Murph
Die normalerweise ebenso gutmütigen wie sturen Ents, Bewahrer des Natürlichen ziehen aus, um der zerstörerischen Moderne („Herr der Ringe“-Fans kennen sie unter dem Namen Saruman) zumindest vorerst nochmal den Hahn abzudrehen. Mittelerde soll wieder so schön gemütlich und gerecht sein wie früher. Für Dinosaur Jr – die hatten es gelegentlich schon mit den Holzhammer-Plattencovern – heißt das: Es soll wieder Marshall-Amps-Wände auf der Bühne geben und echte Monitor-Boxen statt Ohrstöpsel.

Es ist ein Leichtes, Dinosaur Jr vorzuwerfen, sie würden sich nicht weiterentwickeln. Wie auch? Ähnlich wie ihre Zeitgenossen Sonic Youth (die allerdings auf sehr viel komplexeren Pfaden) sind sie die Überlebenden einer Independent-Elite, deren Alben schon vor zwanzig Jahren eine Latte legten, die von den Nachfolgegenerationen musikalisch nur im Einzelfall erreicht werden konnte. Klar, den kommerziellen Erfolg heimsten die Grungebands der Neunziger ein, aber wieviele von denen haben denn heute noch einen Platz in den Herzen ganz vieler Musiknerds auf der Welt?

„Farm“ ist das zweite Album nach der ungemein beachteten und allseits gefeierten Reunion und man musste eigentlich nicht befürchten, dass es böse Überraschungen geben würde. Banddiktator J. Mascis nörgelt immer noch mit fragiler Un-Stimme, ist immer noch der weltweit unpeinlichste Gitarrensolo-Spieler und schreibt immer noch die besten Lärm-gesättigten Popsongs mit Herz-Schmerz-Appeal seit … nun ja … Dinosaur Jr eben. Die gelten bekanntlich immer. Bei „Farm“ sogar noch ein bisschen mehr, was den auch nicht eben schlechten Vorgänger „Beyond“ fast als eine erste Fingerübung des wiedervereinigten Trios erscheinen lässt. Neben Mascis sind es Bassist Lou Barlow (zwischenzeitlich Gründer der ebenso wiedervereinigten und fast so legendären Sebadoh) sowie Drummer Murph.

Denn tatsächlich knüpfen Songs wie das schwerlastig rockende „I Want You to Know“ mit seinem unwiderstehlich simplen Sing-a-long-Refrain und der schneidenden Gitarre, der knackig-rotzige Smash-Hit „Over It“ oder das ausufernde Melancholie-Epos „Plans“ scheinbar nahtlos an die besten Werke der Frühzeit an. In sich schlüssige, bei aller grundlegenden Gleichartigkeit vielfältig und abwechslungsreich ausformulierte und sowieso unverwechselbare Songs sind das. Nichts Neues also, aber alles gut.

Kurzbeschreibung

Reunions stehen immer unter dem Verdacht, dass hinter Argumenten wie "...die Energie stimmt wieder..." oder "...unsere Geschichte ist noch nicht zuende erzählt..." rein kommerzielle Gedanken stecken. Mit ähnlichen Bedenken wurden auch Dinosaur Jr. konfrontiert, als die 1983 in Amherst / Massachusetts als Dinosaur gegründete Alternative-Rock-Legende sich 2005 in Originalbesetzung wieder vereinigte. Dazwischen lagen turbulente Zeiten und turbulente Alben. Sänger und Gitarrist J Mascis und Bassist Lou Barlow (Sebadoh) gingen 1989 im Streit auseinander, Drummer Murph folgte 1993. Dinosaur Jr. wurde zum Ego-Vehikel von Mascis, das er 1998 endgültig verschrottete. Runderneuert schleuderte das Trio mit seinem furiosen Comeback-Album "Beyond" (2007) allen Zweiflern ein durch Marshall-Amps gejagtes "F**K YOU !" entgegen und pulverisierte alle Vorwürfe, hier verscherbelt jemand seinen Back-Katalog und ramponiert das Erbe. Zwei Jahre später - aus Zweiflern wurden betretener Schweiger, aus Kritikern Anhänger - legen Dinosaur Jr. mit "Farm" nach, und wieder werden die Ohren alter Fans leuchten und neue Ohren aufhorchen. "Farm" trägt alle Signaturen von drei blind korrespondierenden Musikern. Ihre Gemeinsamkeit: die Sozialisierung mit Punk, die Nähe zum Grunge, die Einflüsse des Noise-Rock a la Sonic Youth, die Liebe zu Neil Young & Crazy Horse. Wieder schimmern die Melodie durch Gitarren-Wälle und Distorsionen, reißen einen die Hooklines mit. Bittersüße, Katharsis, Leidenschaft, Ängste, Aggressivität, Melancholie und Intensität verwandeln "Farm" während seiner einstündigen Kernschmelze zu einem Rock-Kraftwerk. Dinosaur Jr. gehören nicht nur zu den wenigen Überlebenden einer großen Generation um Nirvana, Screaming Trees, Hüsker Dü oder fIREHOSE, sie gehören weiterhin zu den substantiellsten Indie-Gruppen dieser Tage.

Produktbeschreibungen

Dinosaur Jr. - Farm
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