Originaltitel: A Farewell to Arms
Deutscher Titel: In einem anderen Land
Literarische Vorlage: gleichnamiger Roman von Ernest Hemingway
Produktionsland: USA
Premiere: 1932
Mit: Gary Cooper, Helen Hayes, Adolphe Menjou u. A.
Regie: Frank Borzage
Bild: mittelmäßig und relativ unscharf
Ton: mittelmäßig
Sprache: Englisch
Filmdauer: 78 Minuten
Nominierungen: Nominiert für vier Oscars als bester Film, bestes Szenenbild, beste Kamera und bester Ton.
Auszeichnungen: Oscars für beste Kamera und Ton
Während des 1. Weltkrieges dient der Amerikaner Frederick Henry (Gary Cooper) freiwillig bei den Italienern als Sanitätsfahrer. Er beginnt eine Romanze mit der Rotkreuzschwester Catherine Barkley (Helen Hayes). Die Geschichte endet tragisch mit dem Tod der Frau.
Die Krankenschwestern im Film ähneln alle einander und sehen aus wie Barbiepüppchen, gestylt nach dem selben Muster und Gesichtsausdruck. Man tut sich schwer, die Hauptprotagonistin von den Anderen zu unterscheiden. Vom Aussehen her ragt sie auch keineswegs von den Anderen heraus. Die Liebelei der beiden Akteure wirkt hinsichtlich der ernsten Romanvorlage ziemlich aufgesetzt und belanglos, dabei am Grundthema vorbeilaufend. Der brutale Krieg dient hier eher als dramaturgische Kulisse, denn existenzielle Bedrohung. Die halbwegs vorhandene Dramatik behält der Film nur, weil er der literarischen Vorlage folgen muß. Ansonsten verfiele er in eine kitschige Liebesgeschichte. Die Verwundung des Helden dient im Film nur zu einer intensiveren Emotionalisierung der Liebesbeziehung der beiden Hauptakteure. Hemingways Vorlage wird also im Film völlig ausgeschlachtet als reine Liebesromanze, vermag aber keine dialektische Spannung zu vermitteln zwischen der sinnlosen Brutalität des Krieges und dem verzweifelten Hunger nach Liebe in dieser existenziellen Hölle.
Cooper ist in dieser Rolle eindeutig schlecht eingesetzt und stolziert mit seinem blaßen, schönen Gesicht unglaubwürdig durch die Szenen, in Wirklichkeit eines grausamen Krieges. Noch als schwer Verwundeter liegt er im Bett mit dem Gesicht eines sanften Engels, dem es einzig darum geht, mit seiner Angebeteten zu schmusen. Eine Schwelgerei himmlisch-verklärter Blicke, die mit der Wirklichkeit von Hemingways Gestalten nichts gemein hat. Das Krankenbett als Bahre der Liebe als kitschige Ware. Das ist klassische Telenovela der frühen Dreißiger Jahre. Die übertrieben große Dienstkappe, welche Cooper auf seinen Stelldicheins herumträgt, symbolisiert den Charakter der filmischen Pointe: wenn man schön ist, darf man auch doof sein - und bekommt immer sein Liebchen. Der Film ist somit gespickt mit Gelage im Sinne von Liegen, neben- und aufeinander. Meistens liegt Cooper am Rücken, die Hayes auf ihm drauf, weil es so nicht allzu anstößig ist und die Blicke Coopers nach Oben stärker in Erscheinung treten. Das hat man früher als echte Romantik betrachtet.
Ein völlig oberflächlicher und belanglos dahintreibender Film, der seine literarische Vorlage mißbraucht, um ohne Schweiß zu einer schmierigen Liebesgeschichte umgewandelt werden zu können. Völlig unrealistisch und gelackt melodramatisch. Die Dramatik im Finale kommt viel zu spät und vermag den Film nicht zu retten.
Billiger Effekt: in der zweiten Minute wird eine Szene gezeigt, wo angeblich Sanitätswägen eine Straßensteigung hinauffahren. Die Bäume im Bild stehen allesamt in Schief- statt Senkrechtlage, woraus eindeutig zu schließen ist, dass es sich bei der angeblichen Steigung schlicht um eine abgewinkelte Kameraeinstellung handelt.