Auch in ihrem zweiten Roman „Farbfilter" ist es Lena Blaudez gelungen, ein überaus lebendiges Bild von Afrika zu zeichnen. Sie zeigt uns die beiden Seiten des Kontinents: die Ausbeutung der Bevölkerung und der Rohstoffe, die Korruption und der Handel mit der wertlosen Ware Mensch. Aber keine Angst, das Buch ist keine bittere Abrechnung mit dem modernen Kolonialismus, denn es zeigt auch die Lebensfreude, die Gastfreundschaft und die Herzlichkeit der Menschen im „dunklen Kontinent".
Wie schon in ihrem ersten Buch „Spiegelreflex" zeigt Laura Blaudez hier ihr unvergleichliches Talent für die Beschreibung von Menschen und Alltagssituationen - so nah und so direkt, dass man glaubt, unmittelbar dabei zu sein. Auch wenn die Handlung bisweilen eher durch Zufälle als durch Logik voran gebracht wird, ist der Roman unbedingt lesenswert. Ein packendes Buch über Afrika - mit überraschenden Abstechern in Blaudez' alte Heimat, einen ärmlichen Landstrich namens Mecklenburg-Vorpommern.