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Alle Farben der Sonne und der Nacht [Broschiert]

Lenka Reinerová
5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Broschiert: 190 Seiten
  • Verlag: Aufbau Tb; Auflage: 1., Aufl. (2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3746620686
  • ISBN-13: 978-3746620688
  • Größe und/oder Gewicht: 18,6 x 11,4 x 1,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 324.712 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Lenka Reinerová
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Produktbeschreibungen

Perlentaucher.de

Buchnotiz zu : Frankfurter Rundschau, 12.08.2003
Die Memoiren von Lenka Reinerova, der letzten in deutscher Sprache schreibenden Autorin Prags, haben Rezensent Michael Grus sehr beeindruckt. Nach dem Exil während der Nazi-Besetzung der Tschechoslowakei kehrte Reinerova nach Prag zurück, wo sie, Kommunistin und Intellektuelle jüdischer Herkunft, beim Rundfunk arbeitete, bis sie von eigenen Kampfgefährten für fünfzehn Monate in Haft genommen wurde, berichtet Grus. Wie er ausführt, entwickelt Reinerova aus der Verhörsituation in Haft die Struktur des vorliegenden Memoirenbandes: die Inquisitoren fungierten als Stichwortgeber für Erinnerungen an die Stationen eines wechselvollen, von Exil, Haft und Schreibverbot geprägten Lebens. Ihre Schilderungen sind nach Grus' Einschätzung stark "von persönlichem Erleben" geprägt, weswegen man "scharfe politische Analyse" eher nicht erwarten dürfe. Dafür entschädige Reinerova den Leser durch "unverfälschte Offenheit" und ihre "genaue Beobachtung". Er hebt insbesondere Reinerovas optimistische Grundeinstellung hervor, die nur bei "vordergründiger Lektüre" naiv erscheine.

© Perlentaucher Medien GmbH
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Als Lenka Reinerova nach Jahren der Verfolgung und des Exils, nach Internierung und Todesgefahr wieder in Prag lebte und sich endlich in Sicherheit wähnte, geschah das Unglaubliche: Sie wurde erneut verhaftet, diesmal von den eigenen Genossen. In ihrer Zelle schien es ihr, als ob die Farben der Nacht sich endgültig über sie gesenkt hätten. Erst jetzt, nach über fünfzig Jahren, vermag die letzte deutsch schreibende Literatin in Prag über dieses dunkle Kapitel ihres Lebens zu berichten.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Nichts für Ahnungslose 23. April 2011
Von Nordlicht
Format:Gebundene Ausgabe|Von Amazon bestätigter Kauf
... ist dieses Buch, denn Hintergründe und historische Zusammenhänge werden nicht erläutert. Es ist auch keine Geschichte von Anfang bis Ende, sondern mehr eine Schilderung von Episoden/Erlebnissen.

Lenka wird von der Stasi verschleppt und befragt, immer wieder befragt. Sie, die eine idealistische Kommunistin ist und überzeugt war, bei der Schaffung eines gerechten Utopia zu helfen, gerät in die Maschinerie eines neuen Faschismus, den sie doch mit dem Sieg der Alliierten über Deutschland für vernichtet hielt. Erneut wird sie schikaniert, weil sie Jüdin ist. Aber auch weil sie als einzige in ihrer Familie die Nazi-Zeit überlebt hat, weil sie als Journalistin viele Leute kennt, weil sie einen Jugoslawen geheiratet hat... Die Unsinnigkeit dieser Beschuldigungen macht sie sprachlos und auf die Fragen, die man ihr stellt und deren Formulierung für sie unverständlich bleibt, weiß sie keine Antwort. "Was sind ihre Kontakte?" wird sie gefragt. Doch was sind Kontakte? Sie hat Freunde, Bekannte, Familie... Was sollen "Kontakte" sein?
In Rückblenden berichtet sie von ihrer Zeit der Gefangenschaft in Frankreich unter den Nazis und von Begegnungen mit verschiedenen Intellektuellen; die Vielzahl an Namen macht Staunen. Sie versucht ihren Entführern den Geist der damaligen Zeit näher zu bringen, zu beweisen, daß sie sich nichts zu schulden hat kommen lassen, und verzweifelt fast daran, was ihre Genossen ihr, einer überzeugten Kommunistin, antun. Sie quält sich mit dem Gedanken, was hier nur falsch läuft und ob sie nicht doch irgendetwas getan hat, was dies rechtfertigen könnte.

Ich habe schon mehrere Bücher zu diesem Thema gelesen, aber zum ersten Mal habe ich das Gefühl wirklich nachvollziehen zu können, was es bedeutete, wie es sich anfühlte, wenn die Stasi einen packte. Die Unsicherheit und das Unverständnis, die zusätzliche Qual, wenn ein Kommunist erkennen muß, daß das ersehnte Utopia nur ein neuer Alptraum des Faschismus geworden ist. Die Autorin vermittelt einen deutlichen Eindruck der Einsamkeit, der Angst, der alltäglichen Schikanen, der Sorge um Ehepartner und Kind und wie einen das Ganze langsam zermürbt.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Sie hat nicht gestanden 23. Januar 2011
Format:Gebundene Ausgabe
Lenka Reinerová (1916-2008) war eine tschechische Journalistin, die meistens deutsch schrieb. Kommunistin, jüdischer Herkunft, sie musste 1938 nach Frankreich fliehen. Dort wurde sie später verhaftet, konnte über Marokko Mexiko erreichen, lebte einige Jahren nach dem Krieg in Belgrad, kehrte nach der Tschechoslowakei zurück und wurde 1952 wieder verhaftet.
Als Lenka Reinerová den Titel ihres Buches erfand, musste sie an Arthur Koestler denken. "Sonnenfinsternis" und "Alle Farben der Sonne und der Nacht" antworten einander und betreffen politische Prozesse. In Moskau in den dreißigen Jahren bei Koestler, in Prag in den fünfzigen Jahren bei Lenka Reinerová. Journalistin, Kommunistin, Kämpferin gegen den Faschismus, sie ist zur Zeit des Slánský Prozess in 1952 und 1953 fünfzehn Monaten in Untersuchungshaft geblieben.
Im 2003 ausgegebenen Buch sozusagen flechtet sie Erinnerungen an ihr frühren Leben, die als Antworten zu den Fragen der "Referenten" vorgestellt werden, oder Antworten, die sie nicht gibt, mit den Erinnerungen, die den Bericht der Qualen, zu denen ihre Parteigenossen sie unterwerfen. Angenehme Weile tragen die Farben der Sonne, dunklere Weile die Farben der Nacht. Und obwohl sie leidet an alles, was wir schon über die stalinschen Prozesse gelernt haben (Einsamkeit, Erpressung, Lüge, Antisemitismus), kann sie auch im Prager Gefängnis Weile der Sonne erleben.
Lenka Reinerová hat trotz den Bemühungen ihrer Referenten niemals gestanden. Man denkt an Arthur London Aufbau Taschenbücher, Bd.40, Ich gestehe. Vielleicht ihr Widerstand, und Stalins Tod in März 1953, haben sie gerettet.
Am Ende des Buches, das ein Zeugnis über politische Totalität ist, empfindet man Bewunderung für Lenka Reinerová.
(Ich bitte um Nachsicht, Deutsch ist nicht meine Muttersprache)
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