Bereits im Jahr 2002 ist die Erstauflage von "Farben: Natur - Technik - Kunst" erschienen. Es folgte die zweite Auflage ein Jahr später. Und schließlich wurde die dritte Auflage Ende Dezember 2011 veröffentlicht, nachdem das Werk längere Zeit vergriffen und nur mit viel Glück in einem Antiquariat oder über einschlägige Online-Plattformen, dort zum Teil für einen mehrfachen als den ürsprünglichen Preis angeboten, zu erstehen war.
Wer nun den Suchbegriff Farbe(n) in das entsprechende Suchfeld der Webseiten diverser Internet-Buchhandlungen eingibt, wird freilich nicht nur das hier besprochene (Fach-)Buch, sondern eine Unzahl alternativer Titel präsentiert bekommen, wobei Letztere sich zum großen Teil mit Spezialthemen wie etwa dem Einsatz von Farben zur Gestaltung von Webseiten (Webdesign) oder dem farbresistenten Arbeiten mit Farben in der Fotografie (fotografisches Farbmanagement) beschäftigen.
"Farben: Natur - Technik - Kunst" aber verfolgt einen ganz anderen methodischen Ansatz: Von den Ursprüngen des Lichts und damit aller Farben über Farbpsychologie (besonders: Wirkung von Farbe auf das individuelle Befinden und Verhalten), Farbwahrnehmung (Bau des menschlichen Farbsehens), Farbsysteme, Farben in Natur und Chemie, Farben in Physik und Technik (inhaltlich hervorragend: Digitalfotografie, Druckverfahren) werden sämtliche bedeutsamen Aspekte dargestellt, die zum Verständnis von Farben unabdingbar sind.
Dieses Verständnis aber ist nicht nur deshalb so wichtig, weil wir täglich von Farben umgeben sind und beispielsweise durch deren Einsatz in der Werbung (TV, Internet, Printmedien usf.) zumeist latent, soll heißen: unwissentlich und unwillentlich, beeinflusst werden, sondern weil es erst ermöglicht, selbst gezielt den eigenen bewussten Umgang mit Farben zu forcieren, beispielsweise im Rahmen von visuell durch eine Bildschirmpräsentation unterstützen Vorträgen.
Wer nun vermutet, dass es sich bei "Farben: Natur - Technik - Kunst" um ein eher theoretisch ausgerichtetes Werk handelt, der irrt: Einerseits garantieren zwar die hohe Qualifikation und lange Berufserfahrung der Autoren, beide Naturwissenschaftler, die Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse; andererseits allerdings besticht das Werk gleich durch eine ganze Reihe von Merkmalen, die es gerade auch als Lektüre für den eher thematisch unbedarften Laien geradezu zum Einstiegs- und für den inhaltlich schon eingearbeiteten Leser zum bevorzugten Nachschlagewerk machen sollte:
Der Schreibstil der Autoren ist trotz der Komplexität der Materie per se nicht fachbegriffslastig, sondern äußerst verständlich; reichhaltige Bebilderung (Fotos, Grafiken), besonders sehr viele Schautafeln sowie Diagramme zur Erläuterung bzw. zum Verständnis; Beschreibung von Experimenten, so zum Beispiel zur Herstellung eines Lippenstifts (färbendes kosmetisches Präparat) und nicht zu vergessen: ein ganz exzellentes Glossar. Dass das Werk nicht zuletzt spezielle und dabei so unterschiedliche Zielgruppen, beispielsweise Sachverständige für Fahrzeugtechnik oder Zahnärzte, anspricht (vgl. bisherige Rezensionen in Fachpublikationen), mag letztlich noch einmal die Universalität des Themas belegen.
Fazit: "Farben: Natur - Technik - Kunst" gehört nicht nur in öffentliche, sondern auch in jede Schul- und Hochschulbibliothek, ganz besonders aber in jede private Buchsammlung von Lesern, die sich auf hohem Niveau kundig machen und einen entsprechenden Nutzen aus der Lektüre für sich ziehen wollen! Der Mehrwert des Werks: optimal!