Harald Küppers beschreibt physikalisch fundiert, etwas theorielastig aber durchaus verständlich, die Grundprinzipien des Farbensehens. Zentrale Erkenntnis des Buches ist die vollkommen schlüssige Erklärung, warum die "klassische" Farbmischung mit den Primärfarben Gelb, Rot, Blau, aber auch das System Gelb-Magenta-Cyan in der Praxis mit deckenden Künstlerfarben zum Scheitern verurteilt ist, wie jeder Maler aus eigener Erfahrung mit "schmutzigen" Mischergebnissen bestätigen wird. Küppers Mischungsregeln bestechen durch absolute Praxistauglichkeit bei der Herstellung beliebiger Farbnuancen sowohl bei leuchtenden als auch "gebrochenen" Farben. Wichtigste Einsicht ist jedoch, wie jede beliebige Farbnuance allein durch Verwendung von nur ZWEI der 6 Primärfarben sowie Schwarz und Weiss erzeugt werden kann, was das Farbenmischen extrem vereinfacht. Es ist ein Vergnügen, jede Farbe in der Natur auf Anhieb zu erkennen und zu wissen, wie man sie in sekundenschnelle treffsicher nachmischen kann. Wer weniger theorieorientiert die Welt der Farbe erkunden will und mehr Wert auf die Anwendung der Mischungsgesetze legt sei auch auf andere Bücher des Autors verwiesen. Fazit: Für jeden Künstler ist Harald Küppers Farbenlehre unverzichtbar.