Es ist schon ein anderes Leben, da oben im hohen Norden, besonders wenn man als zwei Frauen ohne schützende Gruppe in der Eiswüste zurechtkommen muss. Hunger und Tod sind allgegenwärtig, und wenn es nichts mehr zu essen gibt, muss schon mal ein Schlittenhund mit sanfter Hand getötet werden. Bilder sagen oft mehr als 1000 Worte, und so werden wir sehr bildhaft hineingezogen in die Geschichte von Saiva und Anja, erfahren in Rückblenden immer mehr von ihrer Vergangenheit, die durch Willkür und Brutalität geprägt ist. Vor allem Saiva, die ältere, trägt eine schwere Last: verflucht, verstoßen, vergewaltigt, der Chance auf ein glückliches (Liebes-)Leben brutal beraubt, flieht sie seitdem mit ihrer Ziehtochter Anja durch die einsame Wildnis. Als Saiva eines Tages einen Fremden im Eis findet und ihn mit ins Zelt bringt, gerät das Leben der beiden Frauen aus dem Gleichgewicht. Beide Frauen fühlen sich von dem Mann angezogen, und als sich Loki und Anja ineinander verlieben, eröffnet sich für die junge Frau die Möglichkeit, Saiva zu verlassen und sich zusammen mit Loki irgendwo ein anderes, "normales" Leben aufzubauen.
Dem Zuschauer ist längst klar, dass dies nicht ohne Probleme ablaufen wird. (Vor allem, da auf der DVD-Hülle das Ende schon mehr als angedeutet wird, was ich nicht so toll finde.) Trotzdem fand ich die Schlussszene des Films eher irritierend schrecklich als wirklich überzeugend. Mal ganz davon abgesehen, dass ich kaum hingucken mochte (ich will ja nicht zuviel verraten), habe ich mich gefragt, ob das, was ich glaube, gesehen zu haben, "technisch" überhaupt machbar wäre. Außerdem hat sich mir das Verhalten Saivas nicht ausreichend erschlossen. Das hat mir das Ende etwas verdorben, so dass ich insgesamt nicht mehr als drei Punkte vergeben möchte.